Millionenteures Sponsoring
Arabische Airlines zünden Sport-Turbo

Beim Sportsponsoring gehen arabische Fluggesellschaften wie Emirates oder Qatar Airways in die Offensive. Sie investieren Millionen – um weiter zu wachsen. Das Fluggeschäft gehört zur neuen Zukunftsstrategie am Golf.
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KölnDer Clasico, das traditionell feurige Fußball-Derby zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid, wird in der nächsten Saison noch einmal an Brisanz gewinnen. Neben den beiden spanischen Weltklasse-Teams duellieren sich dann auch die arabischen Emirate Katar und Dubai – vertreten durch ihre quasistaatlichen Fluggesellschaften. Qatar Airways und Emirates werden ab der Spielzeit 2013/14 auf den Trikots der ewigen Rivalen werben.

Das Engagement bei Real und Barca ist nur der jüngste Schachzug in der Werbeoffensive, die die Fluglinien aus der Golfregion seit einigen Jahren betreiben und die zunehmend Tempo gewinnt. Sie positionieren sich immer deutlicher im internationalen Sport.

„Die Emirate recyceln so ihre Ölmilliarden“, sagt Klaus-Heiner Röhl, Luftfahrt-Experte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Die Golfstaaten versuchen zusehends, sich mit dem Geld abseits des Ölgeschäfts weitere Standbeine wie den Tourismus aufzubauen. Erfolgreiche Fluggesellschaften spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Potenzielle Reisende verorten die Airlines dabei unter den weltweit Milliarden Sportbegeisterten – eine Strategie, die die Golf-Carrier allerdings nicht exklusiv haben: Einer Analyse der britischen Sportmarketing-Agentur IMR zufolge, die die öffentlich bezifferten Engagements zusammengetragen hat, geben Fluglinien weltweit 515 Millionen Dollar fürs Sportsponsoring aus. Doch so stark wie die arabischen Airlines setzt kein Konkurrent auf die schweißtreibende Werbung: Knapp 50 Prozent der Ausgaben entfallen allein auf Emirates und Etihad aus Abu Dhabi, so IMR.

Durch den in der Studie noch nicht berücksichtigten Einstieg von Qatar Airways bei Barcelona wird der Anteil der Golf-Airlines im kommenden Jahr mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben betragen. Branchenkenner gehen sogar davon aus, dass die Zahlen der britischen Studie zu niedrig angesetzt sind und tatsächlich weitaus höher liegen.

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