Miroslav Klose und Lukas Podolski
Ein Duo verzückt die Nation

Es ist noch keine zwei Wochen her, da war von "dicker Luft " zwischen Mirsolav Klose und Lukas Podolski die Rede. "Poldi" würde sich nicht genug bewegen, hatte Klose nach den beiden torlosen Auftritten seines Sturmpartners zu Beginn der WM kritisiert. Doch spätestens seit Samstag ist das "Schnee von gestern" - die deutsche Nationalmannschaft hat in Podolski und Klose einen neuen "Traumsturm" gefunden.

HB MÜNCHEN. Eines verstand manch ein Fan auch am Tag nach dem Achtelfinale nicht. "Warum", fragte ein bunt bemalter Anhänger der deutschen Nationalmannschaft am Münchener Hauptbahnhof lautstark, "warum hat dieses komische Fifa-Komitee Miroslav Klose und nicht Poldi zum ?Man of the match? gekürt?" Lukas Podolski habe doch beide Tore gegen Schweden geschossen. Er sei der wahre Matchwinner.

Podolski oder Klose, Vollstrecker oder Vorbereiter, der "Fifa Technical Study Group" wird die Wahl nicht leicht gefallen sein. Dass sie auf Klose fiel, zeigt, was für eine außergewöhnliche Leistung der Stürmer gezeigt hat. Und wie wichtig der Bremer für den Erfolg der deutschen Mannschaft ist. Podolski und Klose, die beiden Ausnahmetalente des deutschen Sturms, harmonierten beim Achtelfinale am Samstag in der ausverkauften Münchner WM-Arena wie nie zuvor.

Es war Klose, der beide Tore vorbereitete, es war Podolski, der vollendete. Die schwedischen Abwehrspieler waren nicht eingerichtet auf dieses nahezu perfektes Zusammenspiel. Das zweite Tor steht beispielhaft dafür. Der Bremer Klose dribbelte in den Strafraum, zog dabei drei Gegenspieler auf sich und passte genau im richtigen Moment in den freien Raum, in den der Neu-Münchener Podolski gerade stürmte. Der schoss direkt und traf unhaltbar für den schwedischen Torwart Isaksson zum 2:0.

Podolski und Klose, ihr Zusammenspiel hatte das, was Fernsehkommentatoren gerne "blindes Verständnis" nennen. Nach vier gemeinsamen Wochen bei der Nationalmannschaft kennen die beiden Stürmer die Laufwege des anderen, die meisten Pässe finden ihr Ziel. "Mit jedem Spiel verstehen wir uns besser", sagte Podolski. Das macht die deutsche Mannschaft noch gefährlicher - weil unberechenbarer. Klose beschrieb seine Rolle kurz nach dem Spiel denn auch so: "Der wichtigste Job für mich war es heute, gleich gut ins Spiel reinzufinden und Lukas Podolski den Weg zu bereiten."

Podolski und Klose, Garanten für den Sieg der deutschen Mannschaft. Und doch dominiert Klose dieses Gespann. Er ist noch athletischer, noch dribbelstärker, noch abgebrühter und hat ein noch besseres Spielverständnis als Podolski. Bundestrainer Jürgen Klinsmann war denn auch voll des Lobes für den Stürmer von Werder Bremen: "Miroslav Klose ist in absoluter Höchstform. Bremens Trainer Thomas Schaaf hat ihn zu internationaler Klasse gebracht." Ein Lob, das seine Berechtigung hat. Denn Klose ist mit seinem Spiel nach vorn und nach hinten-der Bremer arbeitet auch vorbildlich in der eigenen Abwehr mit - enorm wichtig für die deutsche Mannschaft.

Podolski und Klose erfreuen die deutschen Fans mit ihrem Spiel und ihrem Jubel. Geht es nach Bundestrainer Klinsmann soll das noch bis zum 9. Juli so weitergehen. Den Fans ist das nur Recht - und vielleicht wird dann ja auch mal Podolski "Man of the Match"...

Grischa Brower-Rabinowitsch
Grischa Brower-Rabinowitsch
Handelsblatt / Ressortleiter Unternehmen & Märkte
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