Mitfavoriten treffen aufeinander
Italien mit breiter Brust gegen Tschechen

Italien geht mit breiter Brust in das finale Gruppenspiel gegen Tschechien heute um 16.00 Uhr. Beim Gegner ist indes die Angst vor einem vorzeitigen Scheitern bei der WM größer als der Respekt vor der "Squadra Azzurra".

Auch wenn dem dreimaligen Titelträger Italien das blamable WM-Aus in der Vorrunde droht, herrscht bei der "Squadra Azzurra" vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Tschechien Optimismus pur. "Es gibt zwei Dinge, bei denen ich mir sicher bin. Erstens, dass wir weiterkommen, zweitens, dass Milan nicht wegen einer Haartransplantation absteigen muss", sagte Gennaro Gattuso vor der Begegnung gegen den Europameister von 1976 heute (16.00/live im ZDF und bei Premiere) in Hamburg.

Der Mittelfeldspieler des AC Mailand spielt damit auf den italienischen Fußball-Skandal an, in dem AC-Manager Leonardo Meani einem Schiedsrichter eine Haartransplantation versprochen haben soll, wenn er für seinen Klub pfeife. "Das Bild von Italien ist nach dieser Geschichte nicht sehr gut. Deshalb ist es unheimlich wichtig, dass wir nicht in der Vorrunde ausscheiden", meinte der 28-Jährige: "Wir Spieler sind die gute Seite des Fußballs, wir können für positive Schlagzeilen sorgen."

Ein Punkt reicht Italien

Nach dem Sieg gegen Ghana (2:0) und der enttäuschenden Vorstellung gegen die USA (1:1) braucht Italien mindestens einen Punkt, um sicher im Achtelfinale zu stehen. Trainer Marcello Lippi, der bis auf den gesperrten Daniele De Rossi seine Wunschformation aufbieten kann, fordert aber einen Sieg. "Wir wollen offensiv spielen, um zu gewinnen. Der erste Platz in der Gruppe wäre sehr wichtig", erklärte der 58-Jährige angesichts des drohenden Duells mit Titelverteidiger Brasilien in der nächstenrunde.

Verteidiger Fabio Cannavaro gibt sich hingegen etwas zurückhaltender. "Wir haben mental und körperlich schon eine Menge Energie verbraucht", räumt der Akteur von Meister Juventus Turin ein und warnt vor seinem "Juve"-Teamkollegen Pavel Nedved: "Er ist ein Spieler, vor dem man Angst haben muss."

Bei den Tschechen geht die Angst um

Unterdessen ist die Angst beim zweimaligen Vize-Weltmeister Tschechien vor der Heimreise nach der Vorrunde größer als der Respekt vor einem Aufeinandertreffen mit Brasilien im Achtelfinale. "Die Situation ist schwierig, wir stehen unter Druck. Aber ich habe schon nach der Auslosung in Leipzig gesagt, dass diese Gruppe erst am letzten Spieltag entschieden wird. So ist es gekommen", meinte Trainer Karel Brückner, der auf die gesperrten Tomas Ujfalusi und Vratislav Lokvenc verzichten muss.

Hoffnungsträger der Tschechen, die dem glanzvollen Sieg gegen die USA (3:0) ein schwaches Spiel gegen Ghana (0:2) folgen ließen, ist Milan Baros. Der EM-Torschützenkönig von 2004 hat am Dienstag nach seiner Fußverletzung wieder das Mannschaftstraining aufgenommen und hofft auf einen Einsatz, auch wenn er nach eigenen Angaben "noch nicht zu 100 Prozent fit" ist. Ebenso im Kader steht Jan Koller nach seinem im Auftaktspiel erlittenen Muskelfaserriss.

Jiri Stajner setzt auf Baros, auch wenn ihm selber dann der Platz auf der Bank droht. "Er ist sehr wichtig für uns. Wir hoffen, dass er auflaufen kann", sagte der Spieler des Bundesligisten Hannover 96. Der 30 Jahre alte Stürmer räumt ein, dass das Spiel gegen Ghana "ein Schock" gewesen sei, glaubt aber an Wiedergutmachung. "Wir kennen Italien besser als die USA oder Ghana. Das kann ein Vorteil sein, auch wenn die Italiener auf ein 0:0 oder 1:1 spielen können."

© SID

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