Mitgliederentscheid
Bundesliga-Klubs lehnen Torlinien-Technik ab

Die Entscheidung über ein Tor trifft weiter nur der Schiedsrichter. Die Vertreter der 36 deutschen Bundesliga-Klubs haben sich bei der Mitgliederversammlung der DFL mehrheitlich gegen die Torlinien-Technik ausgesprochen.
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FrankfurtAus der höchsten Spielklasse stimmten nur neun Erstliga-Vereine für die Technik zur Überprüfung von strittigen Torentscheidungen. Gerade einmal drei Zweitliga-Vereine waren dafür, 15 sagten Nein. „Bis auf weiteres hat sich dieses Thema für uns damit erledigt“, sagte Liga-Chef Reinhard Rauball. Unter anderem hatte der Rekordmeister FC Bayern München angekündigt, für die Torlinien-Technik votieren zu wollen.

„Die Klubs fühlten sich ausreichend informiert, in der Sitzung der Mitglieder gab es keinen Diskussionsbedarf, es wurde direkt abgestimmt. Es war eine demokratische Entscheidung“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert in Frankfurt. 500.000 Euro hätte das kamerabasierte System, maximal 250.000 Euro die Magnetfeld-Variante für einen Zeitraum von drei bis dreieinhalb Jahren gekostet.

Der zweite DFL-Geschäftsführer, Andreas Rettig, hatte sich zuletzt die vier lizenzierten Techniken vorführen lassen, zwei davon basieren auf Kameras. Das deutsche System Goal Control wurde beim Confederations Cup 2013 in Brasilien getestet.

Neben unter anderem HSV-Trainer Mirko Slomka hatten sich die deutschen Spitzenreferees für die Einführung im Ligabetrieb ausgesprochen. Rettig: „Das ist auch nachzuvollziehen. Aber das Votum der Vereine ist genauso zu akzeptieren, wie die Entscheidung der Schiedsrichter auf dem Platz.“ Zugleich sprach sich Rettig gegen Torrichter aus: „Das kommt nicht in Frage.“

Laut einer Studie der TU München machen torkritische Entscheidungen laut Rauball indes sowieso nur fünf Prozent der strittigen Szenen bei einem Fußballspiel aus. Ansonsten wird über Fouls, Abseits, Handelfmeter und andere Regelverstöße diskutiert.

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„Keine Nachteile für die deutsche Liga“

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  • @ Nobody
    Wann hat den dass letzte Mal jemand aus diesen Gremien auf Schiedsrichter geschimpft?
    Noch nicht mal die Spieler schimpfen auf die Schiedsrichter.
    Das sind nur die sogenannten Fans - na, erkennen Sie sich wieder?

  • @nobody: Quatsch! Absolut richtige Entscheidung! Denn in den unteren Ligen würde so eine Technik nicht umgesetzt werden können. Und das Regelwerk bzw. die Entscheidungsträger sollten in allen Ligen, egal ob Profi oder Amateure indentisch bleiben.

  • Und dann wird wieder über die Schiedsrichter geschimpft - heuchlerisches Pack!

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