Fußball
Mokthari und Cottbus streiten weiter

Der marokkanische Nationalspieler Youssef Mokhtari droht Zweitligist Energie Cottbus mit Streik, falls er nicht zum 1. FC Köln wechseln darf. Schon zum Saisonauftakt hatte sich der 26-Jährige kurzfristig abgemeldet.

Das Theater um die Freigabe des marokkanischen Nationalspielers Youssef Mokhtari durch Zweitligist Energie Cottbus nimmt kein Ende. Im Gegenteil. Um ab sofort zum 1. FC Köln in die Bundesliga zu wechseln und so seine Chancen auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu wahren, will der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler trotz Vertrages bis 2007 sogar streiken. "Darauf würde es hinauslaufen, wenn ich nicht gehen kann. Ich bin es leid, Spielball des Vereins zu sein und will unbedingt so schnell wie möglich in die Bundesliga wechseln", sagte der 26-Jährige im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

"Mir geht es derzeit richtig dreckig"

Das Verhältnis zwischen dem "Beckham von Marokko" und Energie ist seit dem Zweitliga-Auftakt am Samstag völlig aus den Fugen geraten. Nachdem Mokhtari nach wochenlangem Transfer-Theater keine Freigabe von Präsident Michael Stein für einen Wechsel ins Oberhaus erhalten hatte, meldete sich der Mittelfeld-Regisseur drei Stunden vor Beginn der Auftakt-Partie gegen Eintracht Braunschweig (2:1) beim Trainerstab ab.

"Mir geht es derzeit richtig dreckig. Am Samstag konnte ich mich mental einfach nicht auf das Spiel einstellen. Psychisch stand ich wegen des ganzen Hickhacks völlig neben mir. Ich hätte der Mannschaft nicht helfen können", meinte "Mok", der gemeinsam mit seiner Familie 1982 im Alter von drei Jahren nach Frankfurt ausgewandert war. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde Mokhtari beim Afrika-Cup im Februar 2004, als er Marokko mit seinen Treffern bis ins Finale gegen Tunesien schoss.

Auch in Frankfurt besteht Interesse

Dem Deutsch-Marokkaner liegt nach eigenen Angaben ein unterschriftsreifes Angebot von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln vor. Die Rheinländer wären offenbar auch bereit, die im vergangenen Mai mit Ex-Präsident Dieter Krein ausgehandelte Ablöse in Höhe von 500 000 Euro für den technisch versierten Mittelfeldspieler zu bezahlen. FC-Coach Uwe Rapolder wünscht sich ohnehin schon länger einen Spieler, "der unser Spiel in der Zentrale lenken kann". Auch Eintracht Frankfurt hat seit Wochen Interesse an Mokhtari. "Die Eintracht hätte die Ablöse auch bezahlt. Cottbus überzieht derzeit maßlos. Es macht keinen großen Sinn mehr, dass Youssef nochmal für Cottbus spielt", sagte Mokhtaris Berater Klaus Gerster.

Kreins Nachfolger Stein ist da offenbar aber ganz anderer Meinung. Er verweigerte Mokhtari bislang die Freigabe und erklärte ihn am vergangenen Freitag auf der Jahreshauptversammlung trotz drückender Schuldenlast von geschätzten 5,5 Mill. Euro erneut für "unverkäuflich". "Wir werden mit dieser Situation professionell umgehen und uns nicht provozieren oder erpressen lassen", meinte Stein, der Mokhtari nach sid-Informationen aber für eine Ablöse im Millionenbereich doch sofort ziehen lassen würde.

Der im Mai zurückgetretene Krein hatte Mokhtari dagegen die Freigabe in die Hand versprochen, da die Marokkaner in der Qualifikation für die WM 2006 vor Afrika-Cup-Sieger Tunesien noch aussichtsreich im Rennen liegen und Nationalcoach Badou Zaki nur Spieler nominieren will, die in Erstliga-Klubs aktiv sind.

© SID

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