Monopol im Fußball
Wie Bayern selbst den BVB deklassiert

An einem Tag hat Meister Bayern München 73 Millionen Euro ausgegeben. Das kann kein anderer Klub hierzulande. Auch der Bundesligazweite aus Dortmund hat gegen diese Power keine Chance. Jahrzehnte könnte das so bleiben.

DüsseldorfSportlich macht sich Borussia Dortmund Hoffnungen, die großen Bayern zu ärgern – insbesondere im DFB-Pokalfinale am 21. Mai in Berlin. In einem Spiel ist im Fußball alles möglich, insbesondere wenn beide Teams sportlich auf Augenhöhe sind. Wirtschaftlich dagegen ist der Abstand der beiden deutschen Topvereine gewaltig.

Der Vorsprung der Münchner ist so riesig, dass der BVB in den nächsten zehn Jahren keine Chance hat, auf Augenhöhe heranzukommen. Borussia Dortmund bräuchte bei den wichtigsten Kennzahlen mindestens ein Wachstum von acht bis zehn Prozent pro Jahr, um überhaupt das aktuelle Bayern-Niveau zu erreichen.

Doch auch die Bayern-AG entwickelt sich ja weiter. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Konzern wesentlich langsamer wächst als der Herausforderer aus dem Pott. Das liegt in der Eigenart des Geschäfts Fußball begründet. Hier gilt das alte Abba-Prinzip: „The Winner takes it all.“

Die Dauererfolge der Bayern sorgen für einen stetigen Zustrom an Fans – und das inzwischen weltweit. Die Menschen schmücken sich eben gern mit Siegern. Dies wiederum schafft die Basis, um die Einnahmen mit Fanprodukten und dem Fernsehen weiter in die Höhe zu treiben. Was auch immer neue Sponsoren anlockt.

Die Geldgeber aus der Wirtschaft reißen sich darum, mit Bayern München zu werben. Auch dies garantiert weiteres Wachstum. Klar, die vielen Millionen fließen auch künftig zum großen Teil in den Kader. Die Transfers dieser Woche – mit einem Einkaufsvolumen von 73 Millionen Euro an einem Tag – sind da nur der Anfang.

Kein anderer Verein in der Bundesliga besitzt die wirtschaftliche Power, um solche Summen problemlos zu stemmen. Auch nicht der börsennotierte Klub aus Dortmund, immerhin die klare Nummer zwei – sportlich wie wirtschaftlich. In Deutschland dürfte deshalb das Monopol der Bayern zementiert werden – vielleicht für Jahrzehnte.

 

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