Moslem-Proteste: Beckstein befürchtet Fanatiker bei der WM

Moslem-Proteste
Beckstein befürchtet Fanatiker bei der WM

Bayerns Innenminister Günther Beckstein warnt vor möglichen Auswirkungen der Karikatur-Unruhen auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Im Umfeld der iranischen Nationalmannschaft könnten fanatische Muslime einreisen. "Wir gehen von einer erhöhten Gefährdungslage aus."

HB KABUL. Beckstein kündigte an, mit Blick auf die die WM das Sicherheitskonzept zu überarbeiten. "Wenn zum Beispiel in Begleitung der iranischen Nationalmannschaft Iraner ins Land kommen, dann werden wir bei ihrer Einreise ganz genau hinschauen, dass keine Fanatiker dabei sind", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Der CSU-Politiker zweifelte daran, dass der Koran generell mit dem Grundgesetz vereinbar sei. "Es gibt Auslegungen des Korans, nach denen der Islam eine Religion der Toleranz und des Friedens ist. Es gibt aber auch Auslegungen des Korans, die mit Blick auf das Grundgesetz äußerst problematisch sind", sagte er dem Blatt.

Im "Hamburger Abendblatt" erklärte Beckstein weiter, man müsse alles tun, was die hier lebenden Muslime deeskalierend beeinflusse. "Das heißt, mit ihnen zu reden und auch deutlich zu machen, daß eine Regierung sich nicht eine Karikatur zu eigen macht, weil eine Zeitung im Land sie veröffentlicht." Die Ermordung des Regisseurs van Gogh in den Niederlanden habe gezeigt, dass innere Sicherheit ein höchst sensibles Gut sei. Zu einem möglichen Kampf der Kulturen sagte Beckstein: "Der entscheidende Punkt ist, dass nur derjenige eingebürgert werden darf, der sich zur freiheitlichen Grundordnung bekennt." Pressefreiheit habe für die Rechtsordnung höchsten Stellenwert.

Indes gingen die Karikaturen-Demonstration in der islamischen Welt auch an diesem Mittwoch weiter. In Afghanistan kamen dabei Menschen ums Leben. In der Stadt Kalat im Süden des Landes hätten rund 600 Demonstranten Polizisten mit Steinen beworfen und ein Polizeifahrzeug in Brand gesetzt, sagte ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz Sabul. Die Polizei sei gezwungen gewesen, das Feuer auf die Menge zu eröffnen. Der Polizeichef der Provinz, Nasim Mullahchel, sprach von mindestens zwei Toten und 16 Verletzten. Am Vortag hatte eine wütende Menschenmenge versucht, einen Nato-Stützpunkt in Majmana zu stürmen. Dabei wurden vier Personen getötet. Fünf Norweger wurden leicht verletzt.

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