Münchener vor Start in „Königsklasse“ zurückhaltend
Bayern mit Podolski gegen Spartak Moskau

Vor dem heutigen Auftakt in der Champions League gegen Spartak Moskau (20.45 Uhr/live bei Premiere und im DSF) zeigt sich der FC Bayern München zurückhaltend. Vom Gewinn der "Königsklasse" redet an der Säbener Straße keiner mehr. Vielmehr geht es darum, die Vorrunde gut zu überstehen. Dabei soll auch Lukas Podolski mithelfen. Der Neuzugang rückt für Roy Makaay in die Startformation.

Anders als in den vergangenen fünf Jahren seit dem Triumph von 2001, in denen die Bayern spätestens im Viertelfinale ausschieden, zählt sich der Rekordmeister laut Beckenbauer "diesmal nicht zu den Favoriten." Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ergänzt, dass "wir nicht zum Kreis der Klubs gehören, die aus eigenem Selbstverständnis heraus die Champions League gewinnen wollen und müssen."

Vorrangiges Ziel: Gruppenphase überstehen

Das Ziel sei deshalb zunächst das Achtelfinale, wie Trainer Felix Magath betont. "Wir müssen die Vorrunde überstehen, das kann man von uns verlangen. Danach hängt vieles von der Auslosung ab", sagt er. Glücksgöttin Fortuna hat den Bayern mit dem russischen Rekordmeister Spartak, Inter Mailand und Sporting Lissabon Aufgaben beschert, die ein Weiterkommen möglich erscheinen lassen.

Gegen die Russen fordert Magath "ein schnelles Tor. Die werden sehr defensiv spielen, da müssen wir zusehen, dass wir früh treffen - sonst wird es ein Geduldspiel". Spartak sei ein Spitzenteam, "da müssen wir an unsere Höchstleistung heran kommen, um die zu packen", ergänzt er.

Rummenigge ist indes skeptisch. "Wir müssen verinnerlichen, dass wir im Gegensatz zur Liga nicht der Favorit sind. Wir müssen demütig sein", fordert er. Seine Ansprüche zurückstellen muss wohl auch Stürmer Roy Makaay. Bei der Generalprobe im Pokal gegen den FC St. Pauli (2:1 n.V.) nach einer jämmerlichen Leistung ausgewechselt, wird er seinen Platz im Angriffszentrum wohl an Lukas Podolski verlieren.

"Roy war wieder nicht aktiv genug, so kann er nicht neben Lukas spielen", sagt Magath. Er habe Podolski zuletzt "für die englischen Wochen aufgebaut" und nach seinem Tor gegen die Hamburger "ist er so weit. Ich habe wenige Argumente, ihn nicht aufzustellen." Das gilt auch für Mark van Bommel, der gegen St. Pauli zwar ebenfalls nicht restlos überzeugte, aber gerade für die Spiele auf der großen europäischen Bühne geholt wurde.

Van Bommel bittet um Geduld

Der Niederländer selbst ("mir fehlt noch der Rhythmus") bittet noch um Geduld, meint aber, dass sein neuer Klub "die Champions League gewinnen kann, wenn wir gut drauf sind". Magath verspricht sich viel vom Ballack-Ersatz: "Er hat im Training bereits gezeigt, dass er ein Gewinn ist", sagt der Coach über den Mittelfeldspieler, der die Champions League vor vier Monaten mit dem FC Barcelona gewann. Trotz der Verstärkung aus Spanien sieht Magath die Bayern "nicht besser besetzt als in den Vorjahren", er verspricht aber, "dass wir uns spielerisch steigern werden" - verglichen mit dem jüngsten Auftritt in der Königsklasse, dem 1:4 beim AC Mailand, ein leichtes Unterfangen.

Zumal der Gegner zwar auf eine ruhmreiche Vergangenheit blickt, zuletzt aber nur wenig erreicht hat. In der Qualifikation zur Champions League bereiteten die Underdogs Sheriff Tiraspol (1:1/0:0) aus Moldawien und Slovan Liberec (0:0/2:1) aus Tschechien dem russischen Vizemeister um den ehemaligen Löwen Martin Stranzl arge Probleme.

"Gegen die Bayern musst du deine Linie durchziehen. Wer sich hinten rein drängen lässt, hat keine Chance", prophezeit Stranzl. Der Österreicher ist neben Kapitän und Regisseur Igor Titow, der nach einem Knochenbruch im Gesicht zurückkehrt, sowie Martin Jiranek, Fernando Cavenaghi und Maxim Kalinitschenko eine der Säulen im Team von Wladimir Fedotow.

© SID

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