Fußball
"MV": Vertragsgespräche mit Klinsmann erst nach WM

Gerhard Mayer-Vorfelder will den Vertrag mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht vor der WM 2006 verlängern. "Bei einem Trainer entscheidet der sportliche Erfolg - und den müssen wir bei der WM abwarten", sagte "MV".

Die Zukunft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach der WM 2006 in Deutschland bleibt weiter ungewiss. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will Bundestrainer Jürgen Klinsmann im Zuge einer Verlängerung seines Vertrages über die WM 2006 hinaus nicht unter Druck setzen. "Wir setzen Klinsmann kein Ultimatum. Aber ich würde gerne mit ihm als Bundestrainer weitermachen, das sage ich ganz offen", erklärte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger im DSF-"Doppelpass".

Er hatte allerdings frühzeitige Signale von Klinsmann im Vertragspoker gefordert, um eine Situation wie vor Jahresfrist nach dem Rücktritt von DFB-Teamchef Rudi Völler nach dem EM-Vorrunden-Aus der DFB-Auswahl in Portugal zu verhindern.

Zuvor hatte bereits DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder eindringlich davor gewarnt, den 41 Jahre alten Bundestrainer vor der WM im eigenen Land zu einer vorzeitigen Verlängerung des Kontraktes zu drängen. "Ich halte gar nichts davon, Jürgen Klinsmann jetzt unter Druck zu setzen. Ich kenne ihn zu gut, er macht dann genau das Gegenteil von dem, was Du erwartest. Wenn ich als VfB-Präsident zu ihm gesagt habe, zieh den Klubanzug an, ist er garantiert mit grünem Hemd und roter Krawatte aufgetaucht", sagte der DFB-Präsident der Welt am Sonntag.

Klinsmann hatte stets bekundet, eine mögliche Verlängerung seines Kontrakts beim DFB alleine vom Erfolg bei der WM im eigenen Land abhängig machen zu wollen. "Bei einem Trainer entscheidet der sportliche Erfolg - und den müssen wir bei der WM abwarten", äußerte "MV" der Bild am Sonntag.

Gleiches gilt laut Mayer-Vorfelder auch für Klinsmanns Assistenten Joachim Löw und für DFB-Teammanager Oliver Bierhoff. Die anhaltenden Diskussionen über die Verlängerung der Verträge von Löw und Bierhoff vor WM-Beginn sind dem DFB-Präsidenten ein Dorn im Auge. Nur für den Fall, dass Klinsmann verlängert, sollen auch Löw und Bierhoff weiter an den DFB gebunden werden.

"Es geht doch nicht, dass Woche für Woche einmal eine Vertragsverlängerung mit Joachim Löw gefordert wird, dann die von Oliver Bierhoff, der dann noch neue Rechte fordert. Es ist nunmal ein System Jürgen Klinsmann. Er ist die Galionsfigur. Man kann das doch nicht auseinander reißen und punktuell mit einem verlängern, ohne zu wissen, ob Klinsmann überhaupt weiter macht", erklärte der 72-Jährige.

Ein mögliches Vakuum auf der Position des Bundestrainers nach der WM im eigenen Land soll laut Mayer-Vorfelder möglichst der noch zu installierende Technische Direktor ausfüllen. Nach Meinung des früheren Präsidenten des VfB Stuttgart soll diese Funktion ein Trainer mit Bundesliga-Erfahrung übernehmen. Der könne dann "bei zwei, drei Länderspielen einspringen" und "die Lücke als Interimscoach füllen.´

© SID

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