Nach 0:2-Rückstand noch 2:2 in Rotterdam
Asamoah rettet schmeichelhaftes Remis

Die deutsche Nationalmannschaft ist nach 2:0 Rückstand noch zu einem glücklichen Unentschieden gegen die Niederlande gekommen. Gerald Asamoah hat dabei seine Mannschaft vor einem rabenschwarzen Start in die WM-Saison bewahrt.

HB ROTTERDAM. Nach einer desolaten ersten Halbzeit erkämpfte das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann am Mittwoch in Rotterdam im Prestige-Duell gegen den Erzrivalen Niederlande immerhin noch ein 2:2 (0:1). Nach dem Anschlusstor durch Michael Ballack (49.) sorgte „Joker“ Gerald Asamoah (80.) für den glücklichen Ausgleich. Zur Pause hätte es vor 45 500 Zuschauern im nicht ausverkauften Stadion „De Kuip“ allerdings bereits 0:3 oder 0:4 stehen können. Der überragende Arjen Robben (3./46.) bestrafte zwei von zahlreichen Schnitzern der deutschen „Seniorentruppe“ mit den Rückkehrern Dietmar Hamann und Christian Wörns, die lange Zeit ihre schwächste Leistung in Klinsmanns Amtszeit bot.

„Das Ergebnis ist sicher schmeichelhaft. Die Holländer hatten die wesentlich besseren Chancen, vor allem in der ersten Halbzeit“, sagte Klinsmann, der sein Team aber für die Aufholjagd in den zweiten 45 Minuten lobte: „Wie Michael Ballack die Mannschaft zurückgeführt hat, das ist schon okay.“ Mit den Einwechslungen jüngerer Spieler hatte auch der Bundestrainer auch selbst seinen Anteil an der Wende. Für Oliver Kahn hatte die Mannschaft in der ersten Halbzeit „zu viel Angst. In der zweiten Hälfte haben wir eine tolle Moral bewiesen, obwohl das zweite Tor eigentlich schon der Genickschuss war“.

Von jenem Schwung und jener Spielfreude, die das Klinsmann-Team noch während des Confederations Cups ausgezeichnet hatten, war in Rotterdam allerdings nichts zu sehen. Vielmehr erinnerte der Auftritt der defensiv aufgestellten Mannschaft häufig auf geradezu fatale Weise an jenen statischen Fußball, der bei der Euro 2004 in Portugal mit der vorzeitigen Heimreise bestraft worden war. Auch nominell ähnelte das mit einem Altersdurchschnitt von fast 28 Jahren älteste deutsche Team in der Ära Klinsmann dem aus Rudi Völlers Amtszeit, denn bis auf Per Mertesacker und Miroslav Klose schickte der Bundestrainer jene Spieler auf den Rasen, die bereits am 15. Juni 2004 in Porto beim 1:1 gegen den Erzrivalen mit von der Partie waren.

Besonders im Blickpunkt standen dabei zwei Rückkehrer, die zu Verlierern des Abends wurden: Hamann, erstmals seit Klinsmanns Amtsantritt wieder dabei, wirkte wie ein Fremdkörper und brachte keine Impulse. Abwehr-Routinier Wörns leistete unfreiwillig die Vorarbeit zum 0:1 und sah auch beim zweiten Tor schlecht aus. Bernd Schneider unterstrich mit seiner Leistung gegen Robben erneut, dass er auf der für ihn ungewohnten linken Abwehrseite überfordert ist.

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