Nach 1:2 gegen Palermo
Eintracht leckt ihre Wunden

dpa FRANKFURT/MAIN. Auf den Rängen herrschte lähmendes Entsetzen, die Spieler schlichen wie begossene Pudel vom Feld und der Trainer wähnte sich im falschen Film.

Nach dem Fehlstart in die Uefa-Cup-Gruppenphase herrschte bei Eintracht Frankfurt zunächst Katerstimmung. „Die Gegentore ärgern mich maßlos. Das darf nicht passieren“, klagte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel über das völlig unnötige 1:2 (1:0) im Auftaktspiel der Gruppe H gegen US Palermo. Und Stürmer Ioannis Amanatidis fluchte: „Wir hatten das Spiel im Griff, waren zweikampf- und laufstark, haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Und dann pennen wir in den zwei entscheidenden Augenblicken.“

Nur langsam erholten sich die Protagonisten vom Schock des späten Gegentores durch Cristian Zaccardo (87.), durch das die erste Saison-Niederlage der Hessen im elften Pflichtspiel besiegelt wurde. „Für uns war das ein unglücklicher Ausgang. Wir haben großen Aufwand betrieben und waren dem Sieg näher als der Gegner. Gegen ein solches Klasseteam sind wir noch nicht erfahren genug“, resümierte Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Funkel hatte für die Schlafeinlagen bei den Gegentoren zunächst keine Erklärung parat. „Das sind Erfahrungswerte, die man sammelt. Wir werden das analysieren“, sagte der 52-Jährige. Einen Vorwurf konnte und wollte er seiner Mannschaft nicht machen. „Sie hat mit Engagement und Leidenschaft gespielt. Mit einer Niederlage kann man natürlich nicht so gut leben, aber die Leistung war okay. Am Ende hat es nicht ganz gelangt“, bilanzierte Funkel.

Bei den Spielern saß der Frust dagegen tief. „Wir haben dumme Tore kassiert“, schimpfte Albert Streit, der sich unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw nicht nur wegen seines herrlichen Führungstores (45.+1) in den Blickpunkt spielte. Dass nach dem Ausgleich durch Franco Brienza (49.) nicht einmal ein Punkt in Frankfurt blieb, hinterließ einen bitteren Nachgeschmack bei den über weite Strecken der Partie dominierenden Gastgebern. Mittelfeldspieler Alexander Meier brachte die Stimmungslage auf den Punkt: „Wir sind alle enttäuscht und niedergeschlagen.“

Dennoch wollen sich die Hessen auf internationalem Parkett weiter teuer verkaufen. „Für uns ist der Europacup zwar nur Zubrot, aber die Sache ist noch nicht gelaufen. Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen“, sagte Funkel mit Blick auf das zweite Gruppenspiel am 2. November bei Celta Vigo.

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