Nach Auslosung Priorität für das Ausland
100 000 Wünsche werden zusätzlich wahr

Vorweihnachtliche Überraschung für alle Fußball-Fans: Das WM-Organisationskomitee bietet in der dritten Verkaufsphase rund 100 000 Tickets mehr als zunächst angenommen an. Ab Montag können sich Interessenten weltweit über Internet um insgesamt rund 250 000 Eintrittskarten für die 64 WM-Spiele bewerben. Diese Zahl nannte Horst R. Schmidt, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees, am Dienstag in Leipzig.

HB LEIPZIG. Allerdings wird das OK in der nächste Vergabephase zunächst den Wünschen der beteiligten nationalen Verbände, die nach der Auslosung am Freitag Klarheit über ihre Spielorte und Gegner haben, Priorität einräumen. Bisher sind pro WM-Match den zwei Teams je acht Prozent der Karten zugeordnet, die Bedürfnisse der großen Verbände wie beispielsweise England oder Niederlande aber sind viel höher. "Wir möchten ihnen helfen", kündigte Schmidt ein Aufstockung dieser Kontingente an.

Die neuen Möglichkeiten eröffnen sich aus der Zurückgabe von rund 100 000 so genannter Hospitality-Tickets. Für diese VIP-Pakete, die neben der Eintrittskarte noch ein umfangreiches Betreuungsprogramm in den Logen einschließt, waren rund 446 000 hochpreisige Tickets reserviert, die Nachfrage für diese Nobel-Karten ist aber nicht so groß wie erhofft. Das billigste Arrangement für drei Spiele in einem Stadion kostet hier zwischen 1900 und 2800 Euro, das höchste liegt bei 13 200 Euro. Bisher wurden nur etwa 170 000 dieser auch in TV- Spots angebotenen VIP-Pakete verkauft. Weitere Rückläufer könnte es nach der ersten Abrechung der Sponsoren-Kontingente am 9. Januar geben.

In der ersten und zweiten Phase des offiziellen Verkaufs sind bisher 812 000 Tickets einschließlich der so genannten Team-Serien abgesetzt worden. "70 bis 80 Prozent der Anfragen kamen bisher aus Deutschland", berichtete Schmidt, der nach der feststehenden Gruppen- Zusammenstellung am Freitag einen neuen Ansturm aus dem Ausland erwartet. Von den rund drei Millionen verfügbaren WM-Karten werden nun wahrscheinlich rund 1,1 Millionen in den öffentlichen Verkauf gelangen.

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