Nach brutalem Kopfstoß
„Zizou“ bittet um Verzeihung, bedauert aber nichts

Der Italiener Marco Materazzi soll den Franzosen Zinedine Zidane im WM-Finale mit "sehr persönlichen und harten Worten über meine Mutter und Schwester" provoziert haben. Das erklärte "Zizou" bei seinem mit Spannung erwarteten Auftritt beim französischen Pay-TV-Sender Canal Plus am Mittwochabend.

Der abgetretene französische Superstar entschuldigte sich dabei für seinen Kopfstoß gegen den Verteidiger von Inter Mailand. "Ich bitte um Verzeihung bei allen Kindern, die das gesehen haben. Dafür gibt es keine Entschuldigung", betonte Zidane.

Bedauern gegenüber Materazzi empfindet der bisherige Star von Spaniens Rekordmeister Real Madrid, der nicht zu einer möglicherweise rassistischen Äußerung des Italieners über die Mutter und Schwester der aus Algerien stammenden Zidane-Familie befragt wurde, allerdings nicht: "Materazzi hat die schlimmen Worte mehrmals wiederholt. Man hört das einmal und versucht wegzugehen. Dann hört man das ein zweites Mal und noch ein drittes Mal... Ich entschuldige mich außer bei den Millionen Kindern auch bei den Menschen und Erziehern, die versuchen, den Kindern zu lehren, was gut ist und was schlecht ist. Aber ich kann meine Handlung nicht bedauern. Ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann das nicht sagen. Würde ich es sagen, würde das heißen, dass Materazzi Grund hatte, das zu sagen. Aber er hatte kein Recht dazu."

Zidanes Motivation für seine brutal wirkende Tätlichkeit zehn Minuten vor Ende der Verlängerung hatte weltweit für Rätselraten gesorgt. Bis zu seinem TV-Auftritt hatte der 34-Jährige, der für seine Unbeherrschtheit die Rote Karte sah und seinem Team deswegen im Elfmeterschießen gegen die Squadra Azzurra fehlte, über den Auslöser für seinen unverständlich erscheinenden Blackout geschwiegen.

Materazzi hatte zuletzt lediglich eine Beleidigung des Weltmeisters von 1998 eingeräumt. "Ich habe Zidane beleidigt", sagte der 32-Jährige in einem "Teilgeständnis" am vergangenen Dienstag gegenüber der Gazzetta dello Sport, seine exakten Worte jedoch nicht preisgegeben: "Ich habe ihn aber sicher nicht als Terroristen bezeichnet. Ich bin ein unwissender Mensch, da weiß ich doch nicht, was ein islamischer Terrorist ist. Ich habe aber bestimmt nicht Zidanes Mutter erwähnt. Für mich ist eine Mutter heilig."

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