Nach dem Champions-League-Spiel
Obszöne Geste gefährdet Einsatz von Bayerns van Bommel

Am Dienstagabend war er für die Bayern und ihre Fans durch sein Last-Minute-Tor gegen Real Madrid noch der Held des Abends - keine 24 Stunden später muss er eine Sperre beim Rückspiel fürchten: Wegen einer Entgleisung hat die Uefa ein Verfahren gegen Mark van Bommel eingeleitet.

HB MADRID. Erst das Gegentor, dann die bösen Gesten - Mark van Bommel hat die Anhänger von Real Madrid gleich doppelt in Rage versetzt. Dabei wusste der spanische Fußball-Rekordmeister selbst nicht so genau, worüber er sich mehr ärgern sollte: Über van Bommels Anschlusstreffer für Bayern München zum 2:3 oder über die obszönen Gesten, mit denen der Bayern-Profi seinen Treffer kurz vor Abpfiff des Champions-League-Spiels im Madrider Bernabéu-Stadion feierte.

Wegen seiner „Fuck-you-Gesten“ in Richtung Real-Fans droht dem Niederländer nun eine Sperre für das Achtelfinalrückspiel. Die Europäische Fußball-Union Uefa leitete am Mittwoch eine Untersuchung gegen van Bommel wegen des Verdachts des unsportlichen Verhaltens ein.

Auch der eingewechselte Bayern-Profi Hasan Salihamidzic könnte Ärger mit der Uefa bekommen. Dem Bosnier wurde in spanischen Medien vorgeworfen, in Richtung Publikum gespuckt zu haben. „In diesem Fall warten wir die offiziellen Berichte ab, bevor wir eine Entscheidung treffen“, sagte ein Uefa-Sprecher.

Reals Verteidiger Roberto Carlos forderte die Uefa auf, beide Bayern-Spieler hart zu bestrafen. „Ein solches Verhalten hat im Fußball nichts zu suchen“, sagte der Brasilianer. Real Madrid sah in den Gesten van Bommels eine „Provokation“. Diese hätten im Publikum „schwere Zwischenfälle“ auslösen können, argumentierten die Madrilenen nach Angaben des Sportblatts „Marca“.

Rummenigge findet nichts dabei

Die Bayern dagegen taten die Szene als Lappalie ab. „Über den Torjubel van Bommels muss man sich nicht aufregen“, meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. „Da kann gar nichts passieren. Das ist lächerlich.“ „Marca“ nutze den Wirbel dazu, die Stimmung für das Rückspiel anzuheizen.

„Dafür werden die Bayern zahlen“, titelte Spaniens meistverkaufte Zeitung. „Real muss im Rückspiel „Rache' nehmen und die Münchner aus dem Wettbewerb werfen.“ Das Blatt forderte die Real-Profis auf: „Schneidet Euch das Foto van Bommels aus und klebt es an Eure Kabinenwand!“ Zum Ärger in den Madrider Gazetten trug auch bei, dass der Niederländer vor kurzem noch das Trikot des Erzrivalen FC Barcelona getragen hatte.

Van Bommel selbst entschuldigte sich für seine Gesten, aber nur halbherzig: „So etwas tue ich normalerweise nicht. Ich entschuldige mich bei den Fans, aber nicht bei bestimmten Real-Spielern.“ Der Niederländer schien ohnehin „geladen“ ins Spiel gegangen zu sein. Er schimpfte fast ständig und legte sich mit seinen Mitspielern Lukas Podolski und Claudio Pizarro an. „Auf dem Platz sagt man die Dinge nicht auf sanfte Weise“, rechtfertigte sich der Bayern-Profi.

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