Nach dem Sieg über Polen
Jetzt will Klinsmann den Gruppensieg

Deutschland hat den zweiten Sieg seiner Fußball-Nationalmannschaft bei der WM bis weit in die Nacht gefeiert. Sogar die Spieler durften sich nach der Rückkehr ins Quartier ein wenig Gerstensaft genehmigen. Für das abschließende Gruppenspiel gegen Ecuador gab Trainer Jürgen Klinsmann das Maximalziel vor.

HB BERLIN/DORTMUND. Selbst am Quartier der deutschen Auswahl im beschaulichen Berliner Grunewald harrten einige Fans bis zur Rückkehr der Dortmunder Sieger aus. Rund zwei Dutzend schwarz-rot-goldene Anhänger empfingen am Donnerstag um 2.15 Uhr das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach dem 1:0-Sieg gegen Polen mit Beifall und Jubelrufen am "Schlosshotel". In der Fünf-Sterne-Herberge gab es für die müden Nationalkicker vor dem Schlafen noch einen Imbiss und zur Feier des Tages "ein kleines Radler", wie Abwehrspieler Philipp Lahm verriet.

Nach dem so gut wie sicheren Einzug ins Achtelfinale durften Klinsmann und seine 23 Akteure zuvor auf dem Flug von Dortmund nach Berlin von weiteren Großtaten bei der Heim-WM träumen. "Wir wussten, dass die echte Prüfung erst bei der WM kommen würde. Wir glauben an dieses Team. Wir wussten, dass es ans Maximum gehen würde. Wir spielen das Turnier im eigenen Land und glauben, dass wir mit jedem mithalten können", sagte Klinsmann nach einem wunderbaren Fußballabend.

In der ausverkauften Festung Dortmund hatte "Joker" Oliver Neuville den bedingungslosen Sturmlauf der DFB-Auswahl gegen am Ende nur noch zehn Polen mit seinem Siegtor in der Nachspielzeit zum Happy-End geführt. "Gott sei Dank habe ich kurz vor Schluss noch das Tor gemacht. Es war ein wichtiges Tor. Der Sieg war verdient", sagte der Glückliche, der in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag steht. Vorbereitet hatte den erlösenden Treffer der ebenfalls eingewechselte Dortmunder David Odonkor, der nicht nur mit dieser gelungenen Aktion unter Beweis stellen konnte, warum ihn Klinsmann in den WM-Kader berufen hatte. "Es ist einfach riesig. Ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben. Ich bin sprachlos. Ich freue mich, dass ich zum Einsatz gekommen bin und das Tor vorbereitet habe", sagte der Außenstürmer.

Ein Ständchen gab es nach Mitternacht an Bord der Chartermaschine allerdings nicht für Neuville oder Odonkor, sondern für einen, der 90 Minuten auf der Bank sitzen musste. Team-Manager Oliver Bierhoff gratulierte Oliver Kahn über das Bord-Mikrofon zum 37. Geburtstag, woraufhin in der Kabine ein "Happy Birthday Olli" angestimmt wurde.

Schon am heutigen Donnerstag könnte der vorzeitige Einzug ins Achtelfinale gefeiert werden. Wenn Ecuador in Hamburg gegen Costa Rica nicht verlieren sollte, wäre der deutschen Mannschaft mit sechs Punkten mindestens der zweite Platz in Gruppe A nicht mehr zu nehmen. Klinsmann will jedoch mehr. "Wir wollen den Gruppensieg - mit aller Macht", sagte der Bundestrainer mit Blick auf das letzte Gruppenspiel am kommenden Dienstag im Berliner Olympiastadion gegen Ecuador.

Im Achtelfinale träfe die deutsche Elf als Gruppensieger auf den Zweiten der Gruppe B mit England, Schweden, Paraguay sowie Trinidad und Tobago. Als Zweiter würde man auf den Gewinner dieser Gruppe treffen.

Hingerissen waren die deutschen Spieler von der einzigartigen Atmosphäre bei der Partie in Dortmund. 65 000 Zuschauer hatten die Arena zu einem Tollhaus gemacht, nach dem Schlusspfiff wurden Finalgesänge ("Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin") angestimmt und Kapitän Michael Ballack & Co minutenlang gefeiert. "Es war ein sensationelles Spiel und ein unglaublich emotionales Erlebnis", sagte Lokalmatador Christoph Metzelder.

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