Nach dem Terror auf Schalke
„Und ich dachte schon an eine Bombendrohung“

Ein ganz normales Bundesligaspiel…!? Wie der Kick zwischendurch unwichtig wird, die Angst immer wieder auftaucht und am Ende doch besiegt wird. Das Spitzenspiel gegen die Bayern - ein Schalke-Fan berichtet.

Gelsenkirchen13. Spieltag, Topspiel der deutschen Fußball-Bundesliga. Es läuft die Partie FC Schalke 04 gegen den FC Bayern München. Tabellenführer Bayern ist bereits nach neun Minuten in Führung gegangen, Schalke hat nur acht Minuten später ausgeglichen.

Eine Woche nach den Terroranschlägen von Paris scheint alles wie immer. Es läuft ein ganz normales Bundesligaspiel. Doch plötzlich die 33. Spielminute. Eine Stadion-Durchsage unterbricht die singenden Fans und die gespannt aufs Spielfeld schauenden Zuschauer. Alt Eingesessene, junge Fans, Väter mit ihren Kindern, Paare. Bei allen herrscht Ratlosigkeit. Sorge. Nervosität. Und ein banger Blick Richtung Videowürfel.

Doch kurz darauf löst sich die Anspannung und das Lachen kehrt zurück: Der Schalker Stadionsprecher verkündet so eben, dass ein Zuschauer bitte auf sein Handy schauen und zu Hause anrufen soll. Es sei nichts Schlimmes passiert und er müsse sich keine Sorgen machen, aber er sei so eben Vater eines gesunden Sohnes geworden. Das Stadion tobt und jubelt. Erleichterung ist zu spüren.

„Und ich dachte schon jetzt kommt die Durchsage, dass wir das Stadion wegen einer Bombendrohung verlassen müssen“, spricht ein älterer Herr neben mir das aus, was die meisten wohl dachten, aber nicht aussprechen wollten. Kurz darauf gelten die Blicke wieder ausschließlich dem Spielfeld. Bayern lässt den Ball zirkulieren, Schalke geht dazwischen und fährt einen Konter. Die Nordkurve singt, die Menge tobt. Die Normalität ist zurück.

Etwa 1 ½ Stunden zuvor komme ich bei der Veltins-Arena an. Der Parkplatz ist gut gefüllt, die Menschenmassen schieben sich in Richtung Stadion. Noch gut eine Stunde bis zum Anpfiff. An den Buden vor dem Stadion wird noch Bier getrunken, die letzten Würstchen werden verdrückt.

Ich erreiche den Eingang Ost 1. An den Drehkreuzen und Einlasskontrollen staut es sich. Die Schlangen sind lang, die Zuschauer stehen mitten auf dem Arena-Vorplatz und warten. Ein großer SUV der Polizei fährt vorbei und hält hinter der Menschenmenge: Die verschärften Sicherheitsvorkehrungen greifen. „Ich lasse mir doch nicht meine Freude am Fußball nehmen“, sagt jemand in der Reihe hinter mir.

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„Und ich dachte schon an eine Bombendrohung“

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62.000 Zuschauer stehen auf und schweigen

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Alles bleibt im Rahmen

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