Nach dem Viertelfinale
Tumulte haben ein Nachspiel

Die Szenen nach dem Viertelfinale Deutschland-Argentinien erinnerten eher an einen Boxkampf als an ein Fußballspiel. Tritte gegen Per Mertesacker, eine Rote Karte nach Spielende und Oliver Bierhoff mittendrin. Die Fifa will nun bis zum Halbfinale die Schuldigen ermitteln - denn unter denen könnten auch Deutsche sein.

HB BERLIN. Nach den Tumulten im Anschluss an die Viertelfinal-Partie gegen Argentinien am Freitagabend muss das deutsche Team möglicherweise mit Konsequenzen rechnen. "Die Disziplinarkommission wird anhand der Berichte und Videos untersuchen, ob noch weitere Dinge Gegenstand eines Verfahrens werden könnten", sagte Fifa-Sprecher Markus Siegler am Samstag in Berlin. Fifa-Präsident Joseph Blatter äußerte sich wütend über die Tumulte. Auslöser war ein Tritt des argentinischen Ersatzspielers Leandro Cufre gegen den Oberschenkel von Per Mertesacker.

Siegler sagte, wenn sich die deutsche Mannschaft Verfehlungen schuldig gemacht hätte, bestehe "eine gewisse Dringlichkeit" für die Disziplinarkommission, da das Team bereits am Dienstag im Halbfinale gegen Italien wieder antrete. Nach dem im Elfmeterschießen errungenen 5:3-Sieg der deutschen Mannschaft hatte der slowakische Referee Lubos Michel dem Akteur Cufre, der gar nicht mitgespielt hatte, die rote Karte gezeigt. Gegen den Profi vom AS Rom werde auf jeden Fall ein Verfahren eingeleitet, "wie das bei jeder roten Karte ist", sagte Siegler. Im Mittelpunkt des Geschehens befand sich unter anderem Teammanager Oliver Bierhoff. Bastian Schweinsteiger, der Bierhoff schützen wollte, bekam einen Schlag auf den Hinterkopf.

Siegler räumte ein, dass es nach einem solch dramatischen Spiel zu großen Emotionen kommen könne. Dann sei auch verständlich, wenn Offizielle wie Bierhoff oder Ersatzspieler nach dem Abpfiff auf den Platz rennen, um ihre Mitspieler zu beglückwünschen. Bierhoff habe offensichtlich nur versucht, die Spieler zu trennen. Die Fifa-Disziplinarkommission habe bereits mit ihrer Arbeit begonnen und werde rechtzeitig, also vor dem nächsten Spiel der Deutschen, ihre Entscheidung verkünden.

Blatter sagte in einem Interview mit einem britischen Radiosender: "Ich bin wütend darüber." Die Disziplinarkommission werde Schritte gegen die unternehmen, "die als Provokateure dieses Vorfalls identifiziert werden" Es habe dazu keinen Grund gegeben. "Was ich immer sage, ist, dass man im Fußball lernt zu gewinnen, aber man muss auch lernen zu verlieren."

Mertesacker sagte in einem Interview mit "Spiegel Online", Cufre habe nicht nur einmal, sondern zwei oder drei Mal zugetreten. "In die Weichteile hat er mich auch noch getroffen." Nun habe er Striemen auf dem Oberschenkel. "Die Argentinier waren gekränkt, dass sie nicht weitergekommen sind", begründete er. Die rote Karte sei verdient. "Entschuldigt hat sich auch keiner dafür in der Kabine, das haben die wohl nicht nötig."

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