Nach der Verletzung von Michael Owen
Versicherung muss tief in die Tasche greifen

Der Kreuzbandriss von Stürmer-Stars Michael Owen ist nicht nur für den Sportler selbst sondern auch für seinen Heimatverein Newcastle Unites und den britischen Fußballverband ein herber Rückschlag. Und noch jemand dürfte über den Ausfall des Goalgetters alles andere als erfreut sein.

HB BERLIN. Der Kreuzbandriss des englischen Nationalstürmers Michael Owen bei der Fußball-Weltmeisterschaft wird die Versicherungen Millionen Euro kosten. Schließlich wird der 26-Jährige von Newcastle United, der mit einem Gehalt von rund 140 000 Euro pro Woche zu den Spitzenverdienern der Branche zählt, mindestens sechs Monate ausfallen. Neben der vom englischen Verband FA abgeschlossenen Versicherung darf sein Premier-League-Club erstmals auch eine finanziellen Kompensation aus dem vom Weltverband Fifa geschaffenen WM-Versicherungspool erwarten.

Newcastles Vorsitzender Fredy Shepherd hatte den finanziellen Ausgleich der FA bereits als "viel zu niedrig" kritisiert. Owen hatte sich am Dienstag im letzten Gruppenspiel gegen Schweden die schwere Verletzung zugezogen. "Mit der Versicherung des Verbandes sind die Gehälter unserer Spieler während ihrer Verletzungspause abgedeckt", erklärte FA-Sprecher Adrian Bevington der englischen Agentur "PA Sports".

Clubchef Shephard hatte allerdings noch nicht auf der Rechnung, dass Newcastle als erster Verein vom neuen Fifa-Versicherungsschutz bei der WM profitieren könnte. Denn erstmals hat die Fifa einen Versicherungspool mit 15 Millionen Schweizer Franken (10,21 Mio. Euro) geschaffen. Aufgefüllt wird der Fond auch von den 32 WM-Teilnehmern. Sie verpflichteten sich, jeweils fünf Prozent ihres Anteils an dem von der Fifa ausgelobten Preisgeld von 300 Millionen Schweizer Franken in den Topf zu geben. "Wir haben diese Lösung gewählt, weil sie günstiger ist. Versicherungskonzerne wollten nur Verträge machen, nach denen sie erst bei Schäden ab sieben Millionen Franken aufkommen müssen", sagte Markus Klatten, Finanzdirektor der Fifa.

Die Pool-Bedingungen sehen dafür eine andere Einschränkung vor: Eine Entschädigung wird erst gezahlt, wenn der Verletzte länger als 20 Tage ausfällt. "Damit wollen wir Ansprüche für Kleinigkeiten ausschließen", so Klatten. Im Fall Michael Owen wird die Fifa wohl für den auf maximal 180 Tage begrenzten Zeitraum an Newcastle zahlen müssen. Die Tagespauschale ist dabei auf 12 200 Franken (rund 8307 Euro) und die Gesamtschadenssumme auf 2,196 Millionen Franken begrenzt. Geprüft werden die Fälle durch Schadensregulierer der Kölner Versicherungsexperten der Himmelseher GmbH und Co. KG. "Bisher ist ein Antrag auf Entschädigung eingegangen", berichtete Klatten.

Seite 1:

Versicherung muss tief in die Tasche greifen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%