Nach Niederlage gegen HSV
Darmstadt 98 trennt sich von Meier und Fach

Die Verantwortlichen des SV Darmstadt 98 ziehen aus der enttäuschenden Saison des Bundesligisten Konsequenzen und entlassen gleich doppelt. Der Club ist nach mittlerweile neun Saisonniederlagen im Abstiegskampf.
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DarmstadtDer SV Darmstadt 98 hat nach dem Absturz in der Fußball-Bundesliga Trainer Norbert Meier und Sportdirektor Holger Fach beurlaubt. „Wir sind nach dem gestrigen Spiel und der anschließenden Analyse zu der Auffassung gekommen, dass wir neue Impulse brauchen, um dem Negativtrend entgegenwirken zu können“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch in einer Mitteilung vom Montag. „Daher haben wir uns für diesen Schritt entschieden.“ Die „Lilien“ hatten am Sonntag mit 0:2 im Kellerduell gegen den Hamburger SV verloren - es war die sechste Pflichtspiel-Niederlage in Serie.

Ramon Berndroth, der Sportliche Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, übernimmt interimsmäßig die kriselnde Mannschaft, die auf den Relegationsplatz zurückgefallen ist. Darmstadt tritt am Samstag bei Aufsteiger SC Freiburg an. Der 64-jährige Berndroth hatte bereits bei den Kickers Offenbach und beim FSV Frankfurt gearbeitet. Seine Assistenten sind Kai Peter Schmitz und Dimo Wache, der Torwarttrainer bleibt. Über Meiers unfreiwilligen Abgang hatten zunächst „Bild“ und Hit Radio FFH berichtet.

Meier hatte im Sommer die Nachfolge von Erfolgscoach Dirk Schuster angetreten. Schuster, inzwischen beim FC Augsburg, war mit den Südhessen von der 3. in die 1. Liga durchmarschiert und hatte zur Überraschung der Experten den Abstiegskandidaten Nummer eins im Oberhaus gehalten. Ex-Nationalspieler Fach hatte erst zu dieser Saison die Stelle als Sportlicher Leiter übernommen.
Meier ist der fünfte Chefcoach, der in dieser Bundesliga-Saison frühzeitig gehen muss. Er hatte sich zuletzt ein peinliches Aus im DFB-Pokal beim Viertligisten FC Astoria Walldorf geleistet. Danach gewann das Team um Kapitän Aytac Sulu auch in der Liga nicht mehr.

Beim erneuten Rückschlag gegen Hamburg hatten die Fans bereits lautstark Meiers Rauswurf gefordert. Vereinsboss Fritsch war zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch hin- und hergerissen. Man überlege, ob man beim SV Darmstadt 98 den „einfachsten Reflexen“ des Geschäfts nachgeben solle, sagte er. „Nur weil das seit Jahrzehnten im Fußball so ist, weiß ich nicht, ob man das umsetzen muss.“
Fritsch sagte am Sonntagabend auch: „Der Mannschaft ist vom Kämpferischen nichts vorzuwerfen.“ Meier selbst erklärte ebenfalls, man könne der Mannschaft nicht Willen oder Kampfbereitschaft absprechen. Die Fans sahen das anders: „Wir woll'n euch kämpfen sehen!“, skandierten sie immer wieder.

Qualitativ hat Darmstadt den wohl schwächsten Kader der Liga. Meier drückte es nach der Niederlage gegen den HSV so aus: „Wir sind nicht die Mannschaft, die den Gegner komplett aus den Angeln hebt.“ Dass man gegen den Abstieg spielen würde, war zum Saisonbeginn klar, so Fritsch. Doch eine Jobgarantie gab es für den Trainer nach der erneuten Heimpleite nicht mehr. „Wir schauen da schon ganz genau hin“, sagte der 98-Präsident, ehe er am Montag handelte. Unter Meier war der Mannschaft auch etwas der Glaube an die eigene Stärke abhanden gekommen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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