Nach Selbstmord
Abschiedsbrief von Robert Enke gefunden

Nationaltorwart Robert Enke hat vor seinem Selbstmord einen Abschiedsbrief hinterlassen. Die Polizei bestätigte am Mittwochvormittag, dass ein entsprechendes Scheiben des Fußball- Profis von Hannover 96 gefunden worden sei.
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HB HANNOVER/BONN. Über den Abschiedsbriefs wurde zunächst nichts mitgeteilt. Es gebe damit aber kaum noch Zweifel an einem Selbstmord, sagte ein Polizeisprecher. Nichts deute auf einen Unfall oder Fremdverschulden hin. Die Polizei strebe an, ihre Ermittlungen noch am Mittwoch abzuschließen. Enkes Berater Jörg Neblung hatte bereits wenige Stunden nach dem tragischen Unglück vom Selbstmord des 32- Jährigen gesprochen. Bundesligist Hannover 96 kündigte für 13 Uhr eine Pressekonferenz an.

Der achtmalige Nationalspieler Enke war am Dienstag an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge, in der Nähe seines Wohnorts, gegen 18.25 Uhr von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden. Sein Tod löste in Deutschland und über die Grenzen hinaus große Fassungslosigkeit und tiefe Trauer ausgelöst. Noch am Sonntag hatte er im Punktspiel seines Vereins gegen den Hamburger SV im Tor gestanden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte bestürzt auf den Tod Enkes. Die Kanzlerin habe ihre Bestürzung und ihr Mitgefühl in einem persönlichen Brief an die Witwe des Fußball-Nationaltorwarts ausgedrückt, sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans am Mittwoch in Berlin. Zum Inhalt wollte er keine Angaben machen: „Das gebietet der Anstand, dass ein sehr persönlicher Brief auch persönlich bleibt.“

Auch Ligapräsident Reinhard Rauball zeigte sich erschüttert über den tragischen Tod Enkes. „Er war ein herausragender Sportsmann und ein besonderer Mensch. Wir denken in dieser schweren Zeit an seine Familie und wünschen ihr viel Kraft, um diese schwere Situation so gut wie möglich zu bewältigen“, sagte Rauball. Aus Respekt vor Enke werden die Mannschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga am 13. Spieltag mit Trauerflor auflaufen. Zusätzlich werde es eine Gedenkminute für den Torwart von Hannover 96 geben.

Bundestrainer Joachim Löw und die Spieler hatte die Nachrichtam Dienstagabend in Bonn nach dem ersten Training für die Spiele am Samstag in Köln gegen Chile und vier Tage später in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste erreicht. Das Vormittagstraining am Mittwoch und Interview-Termine der Spieler wurden abgesagt, die Pressekonferenz auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Im Team- Hotel beriet die Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gemeinsam mit Löw über eine mögliche Absage der Partie gegen Chile oder andere Konsequenzen.

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