Nach Skandal in Catania
Regierung will in der Serie A hart durchgreifen

Es ist stets die gleiche Ausgangssituation: Erst eine Tragödie veranlasst die Verantwortlichen zum Handeln. Nach dem Tod eines Polizisten bei schweren Krawallen in Catania am Freitagabend, will die italienische Regierung schärfste Sicherheitsvorkehrungen zur Bekämpfung der Gewalt in den italienischen Stadien ergreifen. In den Stadien, in denen die Sicherheitsstandards nicht garantiert werden können, soll unter Ausschluss der Öffenlichkeit gespielt werden. Außerdem sollen die Meisterschaftsspiele sofort abgebrochen werden, sobald Feuerwerkskörper gezündet, Gegenstände geworfen werden oder Tränengas eingesetzt wird.

Am Montag plant das Kabinett von Ministerpräsident Romano Prodi die Verabschiedung des Maßnahmenpaketes, wonach die Meisterschaft am 18. Februar wieder aufgenommen werden soll. Am Wochenende waren alle Fußball-Begegnungen auf Grund der Vorkommnisse in Catania abgesagt worden.

Anreiseverbot für Auswärtsfans

Die Regierung will die Anreise von Fans zu Auswärtsspielen ihrer Klubs für den Rest der Meisterschaft verbieten. Hinzu sollen Klubs Sicherheitspersonal einsetzen, die die Fans kontrollieren. Außerdem sollen namentliche Eintrittskarten für die Meisterschaftsspiele eingeführt werden.

Längerfristig sollen die Klubs die Stadien erwerben, die bisher im Besitz von Lokalverwaltungen stehen. Die Fußballvereine sollen verpflichtet werden, fünf bzw. zehn Prozent ihrer Einahmen von den TV-Übertragungsrechten in die Modernisierung der Stadien zu investieren.

Catania wird aus eigenem Stadion verbannt

An den Maßnahmen arbeitet Ministerpräsident Prodi mit Sportministerin Giovanna Melandri und Innenminister Giuliano Amato zusammen. Das Stadion von Catania, in dem das sizilianische Derby zwischen Catania Calcio und US Palermo stattgefunden hat, soll bis Ende der Saison geschlossen bleiben. Catania wird seine Meisterschaftsspiele auf neutralem Platz austragen und ohne Zuschauer.

© SID

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