Nach Uefa-Drohung
Europas Fußball-Klubs sparen statt zu shoppen

Sparen statt shoppen: Während sich das Bundesliga-Transferkarussell am Ende immer schneller drehte, ging die Wechselphase in den anderen europäischen Top-Ligen vergleichsweise unspektakulär zu Ende. Einzig die Last-Minute-Transfers von Robinho zum AC Mailand und von Rafael van der Vaart zu Tottenham Hotspur sorgten für Aufsehen, konnten aber an der deutlichen Tendenz nichts ändern

Nachdem die ausländischen Klubs in den letzten Jahren mit Geld nur so um sich warfen, haben sich die meisten in diesem Sommer einen Sparzwang auferlegt. Im Vergleich zum Vorjahr gaben die fünf großen Ligen in England, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich bis zu 40 Prozent weniger für Neuzugänge aus. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wirtschaftsprüfers Deloitte.

Das Unternehmen sieht den Grund dafür im Kampf der Europäischen Fußball-Union Uefa gegen die Schuldenmacher. "Die Klubs sind sichtlich bestrebt, ihre Bilanzen auszugleichen. Vielleicht haben die Maßnahmen der Uefa bei der finanziellen Zurückhaltung geholfen", sagte Paul Rawnsley von Deloitte.

Financial Fair Play ab der Saison 2012/2013

Denn ab der Saison 2012/2 013 soll das sogenannte Financial Fair Play nach einer Übergangsfrist greifen. Innerhalb von drei Jahren dürfen Klubs maximal 45 Mill. Euro Verluste schreiben. Ansonsten droht im Extremfall der Ausschluss von den Europacup-Wettbewerben.

Selbst die englischen Klubs scheint dieses Horror-Szenario die Lust auf einen weiteren Kaufrausch genommen zu haben. Die Premier League ist zwar mit umgerechnet etwa 430 Mill. Euro Ausgaben erneut der Transferkrösus in Europa, doch ein Jahr zuvor hatte man auf der Insel noch 22 Prozent mehr investiert.

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