Nach Verbalattacken des Präsidenten
Grüne fordern WM-Ausschluss für Iran

Knapp sechs Monate vor Beginn der Fußball-WM in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli 2006) ist eine Debatte um ein Teilnahmeverbot für den Iran ausgebrochen. Nach den neuerlichen antisemitischen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad forderten die Grünen den Weltverband Fifa am Mittwoch auf, den Iran von dem Turnier auszuschließen. Der Fußball-Weltverband Fifa erteilte diesemansinnen aber umgehend eine klare Absage.

HB BERLIN. "Ein Land mit einem solchen Präsidenten, der das Land in die Isolierung treibt, hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft nichts zu tun", sagte die Europa-Abgeordnete der Grünen, Angelika Beer, im RBB-Inforadio. Der Fraktions-Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, schloss sich der Forderung an. "Man muss dem Iran zeigen, dass es so nicht geht und so nicht ohne Konsequenzen bleibt", sagte Beck der "Netzeitung".

Der Weltfußballverband reagierte umgehend: "Für die Fifa stellt sich die Frage nicht. Wir trennen strikt zwischen Politik und Sport", sagte Fifa-Sprecher Andreas Herren am Mittwochabend. Iran habe sich regulär für die WM-Endrunde qualifiziert. "Wir erteilen allen Politikern eine Absage."

Zuvor hatte auch der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert (SPD), ein Teilnahmeverbot für den Iran als "zumindest grenzwertig" abgelehnt. Die sportlich für die WM qualifizierte Mannschaft dürfe nicht wegen "überflüssiger Äußerungen ihres Staatspräsidenten bestraft werden", sagte er. CDU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach warnte im Kölner "Express", die Politik dürfe nicht in den Sport hineingezogen werden.

Der Co-Vorsitzende der Grünen im Europaparlament, Daniel Cohn- Bendit, schlug vor, den Ausschluss Irans von der WM zu prüfen: "Das würde eine ernsthafte Debatte im Iran auslösen."

Irans Staatschef Ahmadinedschad hatte seine Verbalattacken gegen Israel und den Westen am Mittwoch verschärft und den Holocaust erneut geleugnet. Für die WM 2006 wurde der Iran am vergangenen Freitag in Leipzig in die Gruppe D mit Mexiko, Angola und Portugal gelost.

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