Nachfolge von Sepp Blatter

Fifa lässt fünf Kandidaten zur Wahl zu

Die Fifa hat fünf Kandidaten bekannt gegeben, die sich im Februar 2016 auf die Nachfolge von Sepp Blatter bewerben dürfen. Uefa-Chef Platini ist nicht dabei. Ganz ist seine Kandidatur damit aber noch nicht vom Tisch.
Prinz Ali Al Hussein (links) darf zur Wahl des Fifa-Chefs antreten. Für Michel Platini sieht es dagegen nicht so gut aus. Quelle: dpa
Prinz Ali Al Hussein und Michel Platini

Prinz Ali Al Hussein (links) darf zur Wahl des Fifa-Chefs antreten. Für Michel Platini sieht es dagegen nicht so gut aus.

(Foto: dpa)

ZürichDie Fifa hat fünf Kandidaten zur Präsidentenwahl zugelassen, die am 26. Februar 2016 geplant ist. Der Name von UEFA-Chef Michel Platini ist nicht darunter. Das heißt formal aber noch nicht, dass der Franzose aus dem Rennen ist. Das Wahl-Komitee der Fifa hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass es Platinis Kandidatur während der vorläufigen Sperre zunächst nicht behandelt. Dennoch scheint höchst fraglich, ob Platini im Februar sich um Blatters Nachfolge wird bewerben dürfen.

Bisher hat der dreiköpfige Wahl-Ausschuss fünf Kandidaten zugelassen: Es sind der jordanische Prinz Ali Al Hussein, der Scheich aus Bahrein und Vorsitzende der Asiatischen Konföderation, Scheich Salman Bin Ebrahim Al Khalifa; der ehemalige stellvertretende Fifa-Generalsekretär Jérôme Champagne, der UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino, sowie der Südafrikaner Tokyo Sexwale.

Wen die Fifa-Ethikhüter durchleuchten und abstrafen
Franz Beckenbauer
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Nach der Anklage der Ermittler um den Schweizer Cornel Borbely wird nun das Urteil der rechtsprechenden Kammer erwartet. Beckenbauer musste wie alle Mitglieder, die bei der WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt waren, vor der Ethikkommission aussagen. Dies hatte er zunächst verweigert und war deshalb im Sommer 2014 vorläufig gesperrt worden. Dieser Bann wurde aufgehoben, die Ermittlungen liefen aber weiter.

Franz Beckenbauer
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Um Interessenkonflikte zu vermeiden, wird nicht der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert das zeitnah erwartete Urteil über Beckenbauer fällen. Dem 70-Jährigen droht im Extremfall eine Sperre für alle Fußball-Aktivitäten, es gibt aber Anzeichen für eine mildere Strafe.
Die Vorwürfe rund um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland beschäftigen die Ethik-Kommission allerdings noch nicht.

Michel Platini und Sepp Blatter
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Auch nach den 90-Tage-Sperren gegen FIFA-Präsident Joseph Blatter (rechts) und UEFA-Chef Michel Platini gehen die Ermittlungen in diesem Fall unter Hochdruck weiter. Erstmals bestätigten die Ethikhüter, dass die Untersuchungen im Zusammenhang mit einer Zahlung in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken von der FIFA an Platini stehen. Die beiden Top-Funktionäre haben gegen die Suspendierung Berufung eingelegt, ihnen droht eine mehrjährige Sperre.

Michel Platini und Sepp Blatter
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Auch angesichts der bevorstehenden Wahl eines Nachfolgers des scheidenden Weltverbands-Präsidenten Blatter (Mitte) am 26. Februar 2016 wird mit schnellen endgültigen Urteilen gerechnet. Rechtzeitig vor der Strafe hatte Platini (rechts) noch seine offizielle Bewerbung eingereicht.

Jérôme Valcke
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Der FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke (rechts) ist ebenfalls für 90 Tage verbannt. Dem Franzosen wird offiziell „der Missbrauch von Geldern und andere Verletzungen gegen die Regeln und Regularien der FIFA“ zur Last gelegt. Gegen Valcke waren Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe von Ticket-Kontingenten laut geworden.

Ángel María Villar Llona
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Wie im Fall Beckenbauer sind auch die Untersuchungen gegen den spanischen FIFA-Vizepräsidenten Ángel María Villar Llona abgeschlossen. In seiner Funktion als Vize der Europäischen Fußball-Union ist er nach dem Bann gegen Platini aktuell ranghöchster UEFA-Funktionär. Villar Llona war zudem erst am Dienstag bei der FIFA zum Vorsitzenden des WM-Organisationskomitee ernannt worden.

Ex-Exkomitglieder
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Die FIFA-Ethikkommission nannte noch weitere sechs frühere Mitglieder der Weltverbands-Regierung, gegen die ermittelt wird. Die früheren Vizepräsidenten Jeffrey Webb (Kaimaninseln, im Bild) und Eugenio Figueredo (Uruguay) waren ebenso wie Nicolas Leoz (Paraguay) nach Ermittlungen durch die US-Justiz vorläufig gesperrt worden.

Musa Hassan Bility, Präsident des liberianischen Fußballverbandes, bestand dagegen nicht den Integritätscheck, teilte der Wahl-Ausschuss mit. Zu Details wurden keine Angaben gemacht.

Damit scheint Michel Platini rein formal noch auf eine Zulassung hoffen zu dürfen. Doch Interview-Äußerungen des Fifa Audit- und Compliance Beauftragten Domenico Scala lassen den Schluss zu, dass Platini nicht zur Wahl wird antreten dürfen.

Scala verwies darauf, dass Platini von Blatter im Jahr 2011 eine Zahlung von zwei Millionen Franken erhalten hat, die nie korrekt in den Büchern verbucht war. Dabei waren beide zur fraglichen Zeit Mitglieder im Exekutiv-Komitee der Fifa und haben damit unkorrekte Bilanzen abgenickt. Laut Scala sei dies ein schwerwiegender Missstand.

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