Nachfolger von Jürgen Klinsmann als Bundestrainer
Joachim Löw – der Taktikpapst

Joachim Löw war bereits an der Seite von Jürgen Klinsmann kein Assistent im klassischen Sinne, sondern ein vertrauter Partner des Bundestrainers und ein Experte mit Sonderaufgaben. Die neue, offensive und attraktive Fußball-Philosophie hat der akribische Arbeiter wesentlich mitgeprägt.

HB/mr FRANKFURT/MAIN. Seinen Aufstieg zum wichtigsten Mann im deutschen Fußball hat Löw auch ein bisschen der Bürokratie zu verdanken. Der gebürtige Schwarzwälder absolvierte zwar eine Trainerausbildung in der Schweiz, doch die konnten die Ordnungsbeamten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für die Bundesliga nicht anerkennen. So musste Löw nachsitzen - und kam im Sommer 2000 zusammen mit Jürgen Klinsmann in den Trainer-Lehrgang verdienter Nationalspieler an der Sportschule Hennef.

"Was mich damals faszinierte, war einfach diese geradlinige Denkweise", berichtete Klinsmann von der ersten beruflichen Begegnung mit Löw. Und als der ehemalige DFB-Kapitän Klinsmann vier Jahre später dann das Bundestraineramt übernahm, holte er den Taktik-Tüftler als seinen engsten Vertrauten an seine Seite. Die jetzige Beförderung von Löw sieht sein ehemaliger Chef als "einzige sinnvolle und logische" Konsequenz.

Wie hoch Klinsmann seinen Partner schätzt, zeigen auch einige Aussagen während der WM. So hatte er keine Probleme damit zuzugeben, dass "der Jogi mehr von Taktik versteht" als er selbst. Klinsmann machte sich die Routine Löws, der vor zehn Jahren bereits als Cheftrainer beim VfB Stuttgart arbeitete, vielmehr zu Nutze. Wenn beim Training die Viererkette perfektioniert wurde, stand Klinsmann oft irgendwo als Beobachter im Feld. Löw hingegen war in seinem Element: Er gestikulierte, schrie, hielt den Betrieb auch an, um Unebenheiten sofort zu glätten. Wer nicht mitzog und sich nicht an die Vorgaben hielt, musste auch schon mal mit einem Anpfiff rechnen.

Auch sein Einstieg als Profi-Trainer ging für den gelernten Großhandelskaufmann über eine Assistenzstelle. Nach seiner Zeit als aktiver Spieler (unter anderem für Eintracht Freiburg, den SC Freiburg, den VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und den Karlsruher SC) hatte Löw in der Schweiz beim FC Winterthur (A-Junioren) und FC Frauenfeld (Spielertrainer) als Übungsleiter geprobt. 1995 holte ihn Stuttgarts damaliger Chefcoach Rolf Fringer zum VfB.

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