Nachgefragt: Ricardo La Volpe, Nationaltrainer Mexiko
„Ich mag Konterfußball nicht“

Mexikos Nationaltrainer Ricardo La Volpe im Handelsblatt-Interview über die Bedeutung des Confederations-Cup, den Leistungsstand seines Teams und seine Vorstellung von attraktivem Fußball.

Herr La Volpe, mit welchen Erwartungen fahren Sie zum Confed Cup nach Deutschland?

Mexiko ist noch dabei fußballerisch zu wachsen. Der Confed Cup ist daher für uns eine sehr wichtige Standortbestimmung ein Jahr vor der Weltmeisterschaft. Und deshalb fahren wir mit der besten Mannschaft nach Deutschland und hoffen, dass wir uns für die nächste Runde qualifizieren.

Wo sehen sie den mexikanischen Fußball im internationalen Vergleich?

Wir sind natürlich keine Fußballmacht wie Deutschland, Brasilien oder Argentinien. Aber wir können so wie Dänemark oder Schweden in dem einen oder anderen Turnier für eine Überraschung sorgen und so auch fußballerisch wachsen.

Ist es ein Nachteil, dass nur zwei mexikanische Spieler im Ausland unter Vertrag stehen?

Der Nachteil besteht darin, dass es im Ausland eine andere Form von Professionalität gibt und der europäische Fußball schneller und dynamischer ist. Aber Mexiko muss sich im lateinamerikanischen Vergleich nicht verstecken. Hier wird besserer Fußball gespielt als in Chile, Kolumbien und sogar Argentinien. In Dynamik und Schnelligkeit ähnelt der mexikanische Fußball mehr dem europäischen als dem südamerikanischen.

Wie sieht Ihre Idee von gutem Fußball aus?

Meine Mannschaft versucht immer, schönen Fußball zu spielen. Ich mag nicht durch ein Kontertor gewinnen und kein Gebolze. Meine Mannschaft soll das Spiel machen und offensiv spielen.

Mexiko hat mit Rafael Márquez nur einen Weltstar in seinen Reihen. Was sind seine Stärken?

Er ist einer der wenigen Abwehrspieler, die eine hervorragende Ballbehandlung haben, daher spielt er auch in Barcelona im Mittelfeld und daher kommt auch sein Spitzname Kaiser unter Anspielung auf Beckenbauer. Er ist ein kompletter Spieler, der den Ball nicht nach vorne drischt, sondern eine intelligente Spieleröffnung sucht. Dabei helfen ihm seine Technik und seine Schnelligkeit. Für seine 26 Jahre ist er schon sehr weit. Und die Zeit wird zeigen, ob er ein so großer Spieler wird wie Beckenbauer.

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