
DORTMUND. Fußball ist auch ein Sport mit viel Symbolik. Und zwei Szenen aus der zweiten Hälfte steckten voller Symbolkraft. In der 63. Minute dröhnte ein Fangesang durch das Stadion, den die Bayer-Verantwortlichen nie wieder hören wollten: „Ihr werdet nie deutscher Meister.“ Wenig später, in der 75. Minute, spielen die Leverkusener sekundenlang den Ball nicht ins Aus, obwohl ein BvB-Akteur am Boden lag. Als Schiedsrichter Florian Meyer die Partie dann unterbricht, drischt Gonzalo Castro den Ball an der Außenlinie stehend aus Frust mit Vollspann in die Zuschauer. Eine gefährliche und grob unsportliche Szene, die glücklicherweise gut ausging, aber zeigt, wie blank die Nerven der Bayer-Akteure in der zweiten Halbzeit lagen.
Dabei stand die Partie eigentlich unter guten Vorzeichen für die Gäste. Der BvB müsste auf Stammkräfte wie Valdez, Hummels, Sahin und Bender verzichten. Zudem konnten unter anderem Barrios und Kehl kaum trainieren. Mehr als die Unterstützung der 80.100 Zuschauer sprach nicht für den BvB. Leverkusen hatte dagegen das Luxusproblem, Toni Kroos auf der Bank lassen zu können. Barnetta und Augusto bekamen im Mittelfeld den Vorzug.
Die Dortmunder standen von der ersten Minute an tief in der eigenen Hälfte und machten nur wenig nach vorne. Leverkusen war zwar nicht drückend überlegen, aber das reifere Team. Zudem erspielten sich die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes klare Torchancen: In der 11. Minute hätte Kießling sein Trefferkonto auf 17 aufstocken können. Doch der Torjäger war zu überrascht, als ihm Dortmunds Neven Subotic den Ball unfreiwillig auflegte. Weidenfeller verhinderte reflexartig das 0:1. Auch beim Kopfball von Derdiyok (20.) erwies sich der BVB-Schlussmann als Meister seines Fachs.
Nationaltorhüter Rene Adler im Leverkusener Gehäuse erlebte hingegen eine relativ ruhige erste Halbzeit. Der BVB kam nur durch Standardsituationen zu Torraumszenen, die jedoch für wenig Gefahr sorgten. Erst nach einer halben Stunde kam die Borussia besser ins Spiel und erhöhte den Druck. Dennoch musste Adler nicht entscheidend eingreifen.