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Bayern München: Mia san (endlich wieder) Meister

Bayern München hat mit einem 1:0-Erfolg bei Eintracht Frankfurt seine 23. Meisterschaft perfekt gemacht – so früh wie noch kein anderes Team zuvor. Doch es ist nur ein Zwischenziel auf dem Weg zu einer perfekten Saison.

Die Spieler lassen Jupp Heynckes nach dem Abpfiff hochleben. Quelle: dpa
Die Spieler lassen Jupp Heynckes nach dem Abpfiff hochleben. Quelle: dpa

DüsseldorfWie sonst als mit der Hacke hätte Bayerns Mittelfeld-Chef Bastian Schweinsteiger das Tor erzielen sollen, das die 23. Meisterschaft der Münchener endgültig besiegelte? 1:0 in Frankfurt, Dortmund kann gegen Augsburg machen, was es will, der Sack ist zu. Während 5000 mitgereiste Fans „Deutscher Fußball-Meister FCB“ singen, eilt auch schon Innenverteidiger Dante herbei, um mit Schweinsteiger die Tor-Choreographie einzuleiten.

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Schlusspfiff. Bayern-Trainer Jupp Heynckes ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, als er von seinen Spielern in die Höhe geworfen wird. Ob er Angst gehabt habe, fragt ihn ein Reporter: „Nein, meine Spieler lassen mich nicht fallen“, antwortet ein gänzlich trockener Heynckes. Keine Bierdusche, nüchterne Freude, das erste Saisonziel ist erreicht – nicht mehr und nicht weniger. „Das ein oder andere Bier wird heute sicher aber auch noch aufgemacht“, gesteht Kapitän Philipp Lahm.

Die deutlichsten Meisterschaften der Geschichte

  • Saison 1963/1964

    Der 1. FC Köln holte mit 62 Saisonpunkten am 32. Spieltag vorzeitig die Meisterschaft der ersten Bundesligasaison- und hatte damit zehn Punkte mehr als der Zweitplatzierte Meidericher SV, wie der heutige Zweitligist MSV Duisburg mit vollem Namen heißt.

  • Saison 1968-1969

    Bayern München hatte zu Saisonende 64 Punkte in der Bilanz und somit zehn Punkte Vorsprung auf die Verfolger von Alemannia Aachen. Wie auch in der ersten Saison der Bundesliga fiel die Entscheidung am 32. Spieltag.

  • Saison 1972-1973

    Bayern München siegte mit 6:0 über den 1. FC Kaiserslautern und machte so schon am 30. Spieltag die Meisterschaft mit 20 Punkten Abstand auf den 1. FC Köln perfekt. Bisher hält München damit - wie auch mit dem Sieg 2002/2003 über den VfL Wolfsburg- den Rekord der frühen Meisterschaft. Diese Saison könnte der Klub ihn erstmals selbst knacken.

  • Saison 1998-1999

    Am 31. Spieltag schlagen die Münchener wieder zu, dabei spielen sie bei Hertha BSC Berlin nur 1:1. Es reicht den Bayern dennoch zum Gesamtsieg mit 15 Punkten vor Bayer Leverkusen.

  • Saison 2002- 2003

    Erneut ist die Spannung schon am 30. Spieltag weg. Die kaum anfechtbaren Bayern schlagen den VfL Wolfsburg mit 2:0 und siegen so vor dem VfB Stuttgart in der Gesamtwertung mit 16 Zählern.

  • Saison 2004-2005

    Zweiter wird diesmal der FC Schalke 04 mit 14 Punkten Rückstand. Und erster, mal wieder: Bayern München.

  • Saison 2007-2008

    Das 0:0 beim VfL Wolfsburg reicht den Bayern am 31. Spieltag. Mit 76 Zählern und zehn Punkten Vorsprung vor Werder Bremen können sie die Schale in Empfang nehmen

  • Saison 2013/2014

    Bayern ist der erste März-Meister der Geschichte. Mit 25 Punkten Vorsprung sind die Münchner ihren Verfolgern aus Dortmund bereits am 27. Spieltag uneinholbar voraus. Die letzten drei Punkte zum 24. Meistertitel holen die Bayern bei der Hertha in Berlin.

Noch nie ist eine Mannschaft so früh Deutscher Meister geworden und selten hat ein Team über die gesamte Spielzeit hinweg eine so konstante Leistung gezeigt. Selbst der erfahrene Jupp Heynckes sei bei solch kühlen Temperaturen noch nie Meister geworden, „weder als Spieler noch als Trainer“.

Die Bundesliga-Saison 2012/2013 war von Anfang bis zum Ende eine sportliche Zweiklassen-Gesellschaft: Oben die Bayern in der Belle Etage und dahinter der Rest. Der „Rest“ – das waren in dieser Saison auch die Dortmunder, die sich in den vergangenen zwei Jahren mit wunderschönem Tempofußball Respekt und Anerkennung in ganz Deutschland erworben haben und selbst die stolzen Bayern – wie im DFB-Pokal-Finale – mit fünf Treffern zu demütigen wussten.

Reaktionen „Bei so kühlen Temperaturen noch nie Meister geworden“

  • Reaktionen: „Bei so kühlen Temperaturen noch nie Meister geworden“
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  • Reaktionen: „Bei so kühlen Temperaturen noch nie Meister geworden“
  • Reaktionen: „Bei so kühlen Temperaturen noch nie Meister geworden“

Doch in dieser Saison lag der Fokus des BVB augenscheinlich auf der Champions League. Die Kritik, der nationale Erfolg sei angesichts des enttäuschenden internationalen Auftretens der vergangenen Jahre (Vorrunden-Aus) weniger wert, hat sich Dortmund-Coach Jürgen Klopp zu Herzen genommen – auch wenn er das öffentlich nie zugegeben hätte.

Allein der qualitativ für drei Wettbewerbe zu dünn besetzte BVB-Kader konnte mit der Star-Bank der Bayern nicht mithalten. Ausfälle von Leistungsträgern konnten nicht kompensiert werden und Klopp konnte nie wie Heynckes rotieren, weil es nicht genug Top-Leute zum Rotieren gab. Bayern München hingegen konnte es sich leisten, selbst einen Arjen Robben auf der Bank schmoren und den Konkurrenzkampf zusätzlich aufflammen zu lassen.

Titel-Meister Die Rekorde des FC Bayern München

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Neben der Qualität des Kaders war in dieser Saison aber ein anderer Aspekt der entscheidende und der Hauptgrund für den Erfolg der Bayern: Die vergangenen zwei titellosen Jahre haben dem Rekordmeister Gefühle beschert, die er in dieser Intensität wohl selten erlebt hat: den bedingungslosen Erfolgshunger gepaart mit konzentrierter Demut.

Kein Teilerfolg konnte das Team von Heynckes mental aus dem Gleichgewicht bringen, kein noch so hoher Sieg gegen Ligarivalen wie Schalke oder Hamburg hat zu Entspannungsorgien auf den bisher geernteten Lorbeeren geführt. Das war auch schon einmal anders beim „FC Hollywood“, der so manchem Münchener Boulevard-Journalisten schon sein Einkommen gesichert hat.

Bilanzcheck zum Download Bayern München – Meisterschaft des ruhigen Geldes

Die Meisterschaft ist mit fulminantem Punkte-Polster nach Hause geholt, doch das große Geld macht Bayern München nicht. Sportlich zwar internationale Spitze, dominieren wirtschaftlich andere Klubs Europas Fußball.

In dieser Saison war alles anders: unaufgeregt, zielstrebig, hungrig. Nach der etwas rumpeligen Vorrunde in der Champions League zeigte die Leistungskurve der Bayern steil nach oben und mündete in der so nicht erwarteten Demonstration der Dominanz im Viertelfinale gegen Juventus Turin (2:0). Dem Erzrivalen Borussia Dortmund wurden im Viertelfinale des DFB-Pokals die Grenzen aufgezeigt (1:0).

Nicht wenige sind der Ansicht, dass der Champions-League-Titel der folgerichtige und verdiente Höhepunkt einer bis dato perfekten Saison wäre. Eins ist klar: Die vom „Finale dahoam“ traumatisierten Münchener werden nicht eher ruhen und werden nicht eher die Spannung abfallen lassen, bis auch dieses große Ziel erreicht ist. Der DFB-Pokal dürfte angesichts der übriggebliebenen Gegner Formsache sein. Das Triple ist greifbar und hungrige Bayern strecken ihre Hände danach aus.

  • 06.04.2013, 18:13 Uhrhelmi

    na ja mit geld könnte sich sogar FÜRTH den titel kaufen

  • 06.04.2013, 19:32 UhrAlles_Wird_Gut

    Das war flott, und auch mal echt verdient.
    Und jetzt dürfen wieder die Neider kommen, Dusel, Bonzen, Fehlentscheidungen, alles gekauft, ... .

    Wers nicht selber schreiben mag, kann die Hasskommentare gerne auch hier lesen, hehehe:
    http://weiter-lesen.net/636/schnellster-meister

  • 06.04.2013, 19:41 UhrAlles_Wird_Gut

    Nachtrag: Auch spannend: Hier die Stimmen zum Spiel - viele Sichtweisen ;-)

    http://weiter-lesen.net/636/stimmen-zur-Meisterschaft

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