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Böller und Schlagstöcke: Durchsuchungen bei gewaltbereiten Fans

Brutale Fußballfans sorgen immer wieder für Ärger. Die Polizei hat nun Wohnungen gewaltbereiter Hansa-Rostock-Fans in vier Bundesländern durchsucht: Bei den Funden gab es auch einigen „Beifang“.

Bengalische Feuer auf der Fußballtribüne: Wohnungen gewaltbereiter Fans wurden durchsucht. Quelle: dpa
Bengalische Feuer auf der Fußballtribüne: Wohnungen gewaltbereiter Fans wurden durchsucht. Quelle: dpa

Rostock/HamburgDie Rostocker Staatsanwaltschaft hat bei Durchsuchungen gegen gewaltbereite Fußballfans in vier Bundesländern große Mengen Beweismaterial sichergestellt. Dabei handelt es sich um Mobiltelefone, Computer, aber auch Schlagstöcke, Drogen und Pyrotechnik, wie Polizeisprecherin Yvonne Hanske am Dienstag in Rostock sagte.

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450 Beamte - vor allem der Bundespolizei - hatten am Dienstagmorgen 43 Wohnungen in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Berlin und Brandenburg durchsucht. Gegen 38 Tatverdächtige im Alter zwischen 20 und 40 Jahren wird wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Festgenommen wurde bei der Polizeiaktion niemand. „Das war auch nicht geplant, aber einige Männer waren sehr überrascht von dem Einsatz“, sagte Hanske. Schwerpunkt war mit 20 Durchsuchungen der Nordosten Rostocks, die anderen fanden in Greifswald, Wolgast, Anklam und Schwerin statt. Neun Fans wurden in den drei anderen Bundesländern aufgesucht.

Gewalt auf deutschen Fußballplätzen

  • 3. Oktober 2012

    Akteure des FC Iliria Rosenheim verletzen beim A-Klasse-Derby gegen den ESV Rosenheim den Unparteiischen sowie den Gäste-Coach mit Faustschlägen und einem gezielten Tritt. Beide Opfer werden im Krankenhaus behandelt.

  • 27. März 2012

    Ihre Wut über den Ausgang eines Fußballspiels lassen ein Kicker und ein Zuschauer am Schiedsrichter aus. Nach der verloren gegangenen Bezirksligapartie bei SUS Essen-Haarzopf greift ein Spieler vom Auswärtsteam SC Blau-Weiss Oberhausen den Referee an. Bei seiner Flucht ins Vereinsheim wird er von einem Zuschauer zu Boden gestoßen. Das Opfer kommt ins Krankenhaus.

  • 6. November 2011

    Nach der Kreisligabegegnung zwischen dem SV Lövenich/Widdersdorf und dem SC Borussia Kaster/Königshoven in Nordrhein-Westfalen wird der Schiedsrichter von einem unbekannten Maskierten in der Kabine angegriffen und mit der Faust geschlagen. Bereits vor dem Angriff soll ein Betreuer der Gastgeber den Referee mit den Worten „Ich schlage dich tot“ bedroht haben.

  • 9. Oktober 2011

    In Dortmund kommt es gleich bei zwei Kreisliga- Spielen zu Schlägereien. Ein aus Guinea stammender Spieler des TSC Eintracht Dortmund wird mit fremdenfeindlichen Sprüchen beschimpft und nach dem Abpfiff von gegnerischen Spielern mit Tritten und Schlägen attackiert. Auf dem Platz des TuS Eichlinghofen prügeln sich Spieler, Trainer und Betreuer - laut Polizei bis zu 25 Beteiligte.

  • 2. Oktober 2011

    Beim A-Jugend-Spiel der hessischen Teams TuS Dotzheim und VfR Wiesbaden wird einem 17 Jahre alten Schiedsrichter mit der Faust ein Zahn ausgeschlagen. Übeltäter ist ein VfR-Spieler, der die Rote Karte erhalten hatte. Der Referee rettet sich in die Kabine, dabei versucht ihn ein weiterer Spieler zu treten.

  • 18. September 2011

    In der Berliner Senioren-Landesliga wird der Schiedsrichter der Begegnung Medizin Friedrichshain gegen TSV Helgoland schwer verletzt. Nach dem Faustschlag eines Spielers, der Gelb-Rot gesehen hatte, verschluckt er seine Zunge. Ein anderer Spieler, der Sanitäter ist, rettet ihn. Der Unparteiische erleidet zwei Blutgerinnsel im Kopf.

  • 22. April 2011

    Der Referee beendet die Partie zwischen dem Bezirksligisten SC Vahr-Blockdiek und dem fünftklassigen Blumenthaler SV im Bremer Lotto-Pokal nach gut 50 Minuten, nachdem ihn Vahrs Torhüter heftig attackiert hatte.

Anlass für die Polizeiaktion waren mehrere Attacken sogenannter Hansa-Fans auf andere Fans im November 2012 in Rostock und Schwaan (Landkreis Rostock) sowie kürzlich auf einen Reisenden. Das Opfer war am 13. April in der Regionalbahn Verden in Niedersachsen angegriffen und verletzt worden. Die drei Verdächtigen kamen vom Auswärtsspiel Hansa Rostocks gegen Alemannia Aachen.

Etwa 20 Angreifer hatten im November 2012 bei einem Konzert in Rostock mit Baseballschlägern eine Band überfallen, die dem FC St. Pauli nahe stehen soll. Außerdem war im November ein Zug mit Fans von Hertha BSC, die den Karlsruher SC in Rostock unterstützen wollten, bei Schwaan mit Steinen von einer großen Gruppe Vermummter angegriffen worden.

„Mit den gefundenen Vermummungsgegenständen und weiteren Beweismitteln kann die Beteiligung Einzelner an den Taten besser nachgewiesen werden“, sagte die Polizeisprecherin. Allein 81 Handys wurden sichergestellt, auch mehrere Datenträger, Baseballschläger und Schlagringe. Die genaue Anzahl könne noch nicht genannt werden, da die Auswertung noch andauere. Als „Beifang“ nahmen die Beamten auch noch 23 Stangen illegaler Zigaretten, Marihuana und eine Mini-Hanfplantage von 15 Pflanzen in der Region Berlin/Brandenburg mit.

  • 08.05.2013, 09:13 UhrViking84

    Ich weis nicht ob das deren Ernst ist solche Durchsuchungen zu starten? Mit 450 (!!!) Beamten, die der Steuerzahler zahlt und dann nur auf Verdacht bei Auseinandersetzungen im Rahmen von Großveranstaltungen? Haben wir keine anderen Probleme? In Berlin, Bremen, Hamburg, Duisburg uvm. gibt es Schießereien zwischen Clans und Rockern und die starten eine Aktion gegen FUSSBALLFANS??? Das kann nicht deren Ernst sein!! Wo leben wir hier eigentlich?

    Baseballschläger und Schlagringe wurden sichergestellt - ja und? Diese sind LEGAL erhältlich, was ist daran jetzt verwerflich?
    23 Stangen Zigaretten und 15 Pflanzen, meine Herren da ist aber der Schlag gegen eine tiefgreifende Verbrecherszene gelungen...herzlichen Glückwunsch Deutscher Staat! Du hast mich mit der Aktion schwer zum lachen gebracht!

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