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Borussia Mönchengladbach: Überraschungsteam will auf zu neuen Wundern

Im Frühjahr war die Borussia quasi abgestiegen. Jetzt hat das Team sogar die Chance, Herbstmeister zu werden. Trainer Favre warnt trotzdem vor Überschwang und konzentriert sich auf das nächste kleine Ziel: Dortmund.

Jubel bei den Gladbachern. Und so geht das jetzt fast schon das ganze Jahr. Quelle: dapd
Jubel bei den Gladbachern. Und so geht das jetzt fast schon das ganze Jahr. Quelle: dapd

BerlinNein, sagt Max Eberl, das Aktuelle Sportstudio hat er am Samstag nicht gesehen, aber er weiß schon, warum die Frage jetzt kommt. „Ich hab’s inzwischen gehört“, sagt der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach. Uli Hoeneß war am Samstag im Sportstudio zu Gast, und bei dieser Gelegenheit hat der Präsident des FC Bayern München kundgetan, dass er den Gladbachern zutraut, die Überraschungsmannschaft der Saison zu werden; ja, selbst den Titel hält Hoeneß für möglich. „Es ist doch schön, dass wir so positiv gesehen werden“, sagt Eberl. Aber davon würden sie sich nicht beeinträchtigen lassen.

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„Wir werden so logisch weiterarbeiten wie bisher.“

Logisch? Was ist denn logisch an dieser Geschichte?

In der vorigen Saison hat Borussia Mönchengladbach erst in der Relegation den Abstieg in die Zweite Liga verhindert; die Mannschaft war zwischenzeitlich so weit abgeschlagen, dass Trainer Lucien Favre den Klassenerhalt im Nachhinein offiziell zum Wunder erklärt hat. Aber was ist dann das, was die Gladbacher im Moment erleben? Nach vier Siegen hintereinander liegen sie auf Platz zwei der Fußball-Bundesliga, vor Bayern und punktgleich mit Spitzenreiter Dortmund, der am Samstag in Mönchengladbach zum Spitzenspiel gastiert. „Ich glaube, die Leute wissen auch nicht, was im Moment mit uns passiert“, sagt Borussias brasilianischer Verteidiger Dante.

Das nächste kleine Ziel heißt Dortmund

Das ganze Ausmaß des Wunders wird einem erst bei einem Vergleich mit der Vorsaison bewusst: Vor einem Jahr hatten die Gladbacher noch kein einziges Heimspiel gewonnen; jetzt liegen sie in der Heimtabelle nur einen Punkt hinter Dortmund und Bremen auf Platz drei, kein Bundesligist ist zudem zu Hause länger ungeschlagen (zehn Spiele). Vor einem Jahr hatte Borussia nach 14 Spieltagen 40 Gegentore kassiert, jetzt sind es gerade neun. Und mit 29 Punkten hat Favres Mannschaft schon jetzt so viele Punkte wie in der Vorsaison erst drei Spieltage vor Schluss.

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„Es gibt gute Gründe für den Aufschwung“, sagt Sportdirektor Eberl. „Die Mannschaft hat in der vorigen Saison gelitten und gelernt.“ Vor allem hat sie das Selbstbewusstsein aus der erfolgreichen Rettung über die Sommerpause gerettet. Trainer Favre warnt trotzdem vor Überschwang. Seine Mannschaft spiele schließlich mit exakt derselben Elf, die in der vorigen Saison beinahe abgestiegen wäre. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Es stimmt zwar, dass kein einziger der im Sommer verpflichteten Spieler bisher einen Platz in Favres Stammelf gefunden hat. Exakt diese Mannschaft aber hat auch schon in der Rückrunde der vorigen Saison 26 Punkte geholt. Das ist der Schnitt eines Europacup-Teilnehmers.

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