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Fan-Protest: Stumme Tribünen gegen Sicherheitskonzept

Mit einem stummen Protest haben die Fußball-Fans ein Zeichen gesetzt: Sie lehnen das Sicherheitskonzept der DFL ab. Bei vielen Spielern und Trainern kam die Botschaft an. Die Anhänger fordern Gespräche mit der Liga.

Keine Fan-Gesänge: In den ersten zwölf Minuten im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf herrschte gespenstische Stille im Dortmunder Signal-Iduna-Park. Quelle: Reuters
Keine Fan-Gesänge: In den ersten zwölf Minuten im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf herrschte gespenstische Stille im Dortmunder Signal-Iduna-Park. Quelle: Reuters

BerlinZwölf Minuten und zwölf Sekunden herrschte gespenstische Stille - keine Gesänge, keine Pfiffe, keine Stimmung: Mit einem beeindruckenden Schweigeprotest und Geisterspiel-Atmosphäre in den Stadien der ersten und zweiten Bundesliga haben die Fans die DFL unter Druck gesetzt.

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Die Anhänger befürchten einen Fußball ohne Emotionen und fordern weitere Gespräche mit der Liga. Das Sicherheitspapier der Deutschen Fußball-Liga (DFL), das am 12. Dezember von den 36 Profi-Vereinen beschlossen werden soll, bedroht ihrer Meinung nach die Fan-Kultur. Nach der Aktion bleibt fraglich, ob der Zeitplan für das Konzept eingehalten werden kann.

Zumindest bei Spielern und Trainern zeigte der stumme Protest Wirkung. „Ich fand es grausam und ungewohnt. Zum Fußball gehört Stimmung dazu“, sagte Frankfurts Trainer Armin Veh. Kapitän Pirmin Schwegler ergänzte: „Die ersten zwölf Minuten hatten kein Bundesliga-Feeling.“

Düsseldorfs Coach Norbert Meier beklagte „die Totenstille“. Auch der Mainzer Trainer Thomas Tuchel monierte: „Es steht außer Frage, dass das keinen Spaß macht. Die Unterstützung der Fans gehört einfach dazu.“ Dynamo Dresdens Geschäftsführer Christian Müller lobte die Fans für ihr „pfiffiges Kommunikationsmittel“.

Die Fan-Vertreter sehen jetzt die Liga in der Pflicht. „Im Grunde genommen liegt es jetzt an der DFL zu sagen: Wir sehen, es sind alle dagegen und wir suchen noch mal den Dialog“, sagte Philipp Markhardt, Sprecher der Aktion „12doppelpunkt12“ und von „Pro Fans“. „Das Konzept würde einen tiefen Graben reißen zwischen Fans und DFL.“

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