Die einstige Traumehe endete im Desaster. 1251 Tage nachdem Felix Magath den VfL Wolfsburg als Meistermacher zum ersten Mal verlassen hatte, brauste der frühere VW-Liebling am Donnerstagmittag erneut vom Vereinsgelände - ohne Statement, auch seine Mobiltelefone waren ausgeschaltet. Diesmal fuhr Magath als beurlaubter Coach des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga von dannen. Die Stimmung in der Autostadt hatte sich längst gegen ihn gewendet. Stattdessen sitzt am Samstag in Düsseldorf nun der von den Fans geforderte Lorenz-Günther Köstner als Interimscoach auf der Bank.
„Wir sind nach vier, fünf Tagen intensiver Analyse gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass es für den Verein besser ist, sich zu trennen“, erklärte Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz. Demnach soll Magath um 12.00 Uhr, als er zum Gespräch zitiert worden war, selbst eine Trennung vorgeschlagen haben. „Er wollte nicht, dass der Verein weiter in Mitleidenschaft gezogen wird“, sagte Garcia Sanz. Es schien, als hätte Magath den zweiten Abgang gar nicht mehr erwarten können. Möglicherweise hatte der 59-Jährige gespürt, dass er beim hoch ambitionierten, aber seit 2009 chronisch erfolglosen VfL trotz teils großer Investitionen nichts mehr bewirken konnte.