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Freundschaftsspiel in Kaiserslautern: Bender rettet 3:3 gegen Paraguay

Der Start in die WM-Saison ist für die deutsche Mannschaft mehr als holprig verlaufen. Beim 3:3 gegen Paraguay zeigte sich die DFB-Elf vorne überzeugend – doch in der Defensive haperte es gewaltig.

Lars Bender erzielte in der 75. Minute den 3:3-Endstand im Spiel gegen Paraguay. Quelle: AFP
Lars Bender erzielte in der 75. Minute den 3:3-Endstand im Spiel gegen Paraguay. Quelle: AFP

KaiserslauternDas war ein Fehlstart! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat die WM-Saison mit einem 3:3 (2:3) gegen Paraguay eröffnet. Und vor allem das erneut schwache und teilweise sogar naive Defensivspiel des WM-Mitfavoriten wirft 302 Tage vor der Weltmeisterschafts-Eröffnung in Brasilien viele Fragen auf. Die Bilanz ist besorgniserregend: Im Jahr 2013 hat das DFB-Team in sechs Spielen nun schon elf Gegentore kassiert.

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Bereits nach 13 Minuten lag das Team von Joachim Löw gegen die in der WM-Qualifikation bereits gescheiterten Südamerikaner in Kaiserslautern durch Jose Nunez (9.) und Wilson Pittoni (13.) mit 0:2 im Hintertreffen. Ilkay Gündogan (18.) und Thomas Müller (31.) glichen vor 47 522 Fans im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion zwar aus. Miguel Samudio (45.) brachte die Gäste nochmals in Führung, ehe der Leverkusener Lars Bender (75.) zumindest noch das Remis rettete. Bis zum Ernstfall in der WM-Qualifikation in drei Wochen in München gegen Österreich bleibt für den Bundestrainer noch viel Arbeit.

Vorne hui, aber hinten pfui! Die schon in der Vorsaison häufig kritisierte Balance zwischen Offensive und Defensive scheint auch in dieser Spielzeit zum größten Problemfall für Löw zu werden. Gegen Paraguay präsentierte sich die Abwehr vor allem in der ersten Halbzeit offen wie ein Scheunentor. Ein Musterbeispiel dafür war der dritte Gegentreffer, bei dem die Innenverteidigung um Mats Hummels und Per Mertesacker mit zwei einfachen Pässen ausgehebelt wurde. Für den an allen Gegentoren machtlosen Manuel Neuer im deutschen Tor war es bei derart indisponierten Vorderleuten ein Abend zum Verzweifeln.

Im Spiel nach vorne mühte sich Mesut Özil nach Kräften, Linie ins Spiel zu bringen, doch ihm und einigen anderen war die fehlende Matchpraxis deutlich anzumerken. Miroslav Klose, der ebenso wie die sechs Auslands-Legionäre im Kader noch kein Pflichtspiel absolviert hat, lief vergeblich seinem 68. Länderspieltor hinterher, mit dem er den Rekord von „Bomber“ Gerd Müller eingestellt hätte. Dabei hatte der Wahl-Römer an seiner alten Wirkungsstätte am Betzenberg gleich dreimal die Gelegenheit dazu. In der 9. Minute schloss Klose selbst ab und übersah den besser postierten Özil, wenig später landete sein Lupfer auf dem Tor (11.), schließlich spitzelte er den Ball aus aussichtsreicher Position vorbei (38.). Nach 54 Minuten löste ihn Mario Gomez ab.

Das Spiel in Bildern Vorne mit guten Chancen, hinten desolat

  • Das Spiel in Bildern: Vorne mit guten Chancen, hinten desolat
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Im 95. Länderspiel in der Ära Löw machte die deutsche Mannschaft da weiter, wo sie vor zweieinhalb Monaten in den USA aufgehört hatte. Hieß es damals nach 16 Minuten 0:2, so lagen Özil und Co. diesmal bereits nach 13 Minuten mit zwei Treffern in Rückstand. Nach einem schnellen Pass in die Spitze lief Nunez seinem schlecht postierten Widersacher Hummels auf und davon und ließ auch Neuer mit einem trockenen Schuss keine Chance. Keine vier Minuten später leitete ein Ballverlust von Sami Khedira vor dem eigenen Strafraum den nächsten Gegentreffer ein. Pittoni hielt aus gut 20 Metern einfach drauf und die Gäste lagen mit 2:0 vorn.

Der geschockt wirkende Bundestrainer tobte regelrecht an der Seitenlinie und war auch durch den schnellen Anschlusstreffer von Gündogan kaum zu besänftigen. Der zuletzt an Rückenproblemen laborierende Dortmunder nahm aus 16 Metern Maß und überwand Justo Villar im Tor der Gäste mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke. Nachdem Gündogan wenig später nach einer Ecke von Victor Ayala auf der Linie stehend das 1:3 verhindert hatte (24.), musste er wegen erneuter Schmerzen im Rücken vom Platz und Lars Bender weichen. 14 Minuten vor der Pause war der Fehlstart dann wieder ausgebügelt, als Müller einen 50 Meter-Diagonalpass von Hummels gekonnt stoppte und zum 2:2 vollstreckte.

Doch mit Beginn der zweiten Spielhälfte musste die DFB-Auswahl nach dem kollektiven Aussetzer vor Samudias 2:3 erneut einem Rückstand hinterherlaufen. Der eingewechselte Gomez deutete mit einem Kopfball (58.) immerhin gleich seine Torgefährlichkeit an. Die Gastgeber waren nach der Pause um mehr Struktur in ihren Aktionen bemüht und verhinderten damit weitere gefährliche Konter der Südamerikaner. Trotz klarer Überlegenheit und guter Chancen gelang Bender aber erst eine Viertelstunde vor Schluss der erneute Ausgleich. Weitere gute Gelegenheiten etwa durch die eingewechselten Lukas Podolski und Marcell Jansen blieben ungenutzt.

  • 15.08.2013, 16:36 UhrHUKL

    Erinnerung im Mai 2008, Kaiserslautern:
    Im gleichen Stadion wollte sich unsere Mannschaft als evtl. zukünftiger Europameister gegen Weißrussland etwas "einspielen". Trotz einer schnellen 2:0 Führung kam gegen die von den beiden Deutschen Stange und Irmscher trainierten Gäste gerademal ein Unentschieden heraus, wie auch diesmal!
    Nun sprechen wir schon wieder von zukünftigen Weltmeistern in Brasilien, scheiterten aber erneut an einem Gegner, der genau wie damals, schon vorzeitig aus dem Rennen war, doch Stürmer aufbieten konnte, die mit wenigen Nadelstichen unsere leider noch löchrige Abwehr regelrecht schwindlich spielte und dabei richtig gut herausgespielte Tore erzielte!

    Natürlich war es nur ein Freundschaftstreffen, doch solche Ausreden, nicht genügend eingespielt zu sein, sollte man lassen.

    Für mich würde es besser klingen, möglichst bei der WM gut abzuschneiden als unbedingt Weltmeister werden zu wollen! Andere, das sahen wir gerade, können auch Fußball spielen!

    Eines ist auch nicht gut, nämlich die aufkommende Trainerdiskussion! Nicht nach Beendigung der WM-Qualifikation, sondern erst nach der WM selbst kann meinetwegen über das Weitermachen oder die Beendigung von Löws Anstellung beim DFB entschieden werden. Wird das nicht beachtet, könnte der Schaden größer werden.....

  • 15.08.2013, 01:08 UhrWilli Kammschott

    3:3 ist eindeutig zuwenig gegen DE!
    Was machen die, wenn es gegen einen ernstzunehmenden Gegner geht?

  • 15.08.2013, 00:51 UhrTor

    Joachim Löw ist seit 2006 Bundestrainer - also seit SIEBEN Jahren.
    Zu dem heutigen Zitat von Löw: "Wir müssen uns ganz klar steigern" - bleibt anzumerken: Wie viele Jahre brauchen wir denn noch ?

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