
An dem bisherigen Entwurf ließ der DFL-Geschäftsführer kein gutes Haar: Die geplante Vergabe von lediglich sieben Buchmacherlizenzen sei willkürlich, die Auswahlkriterien intransparent, die Konzessionsabgabe für die Wettanbieter viel zu hoch. Stattdessen schwebt ihm ein neues Glücksspielrecht vor, das er "kontrollierte Öffnung" nennt.
Private Wettanbieter sollten zugelassen werden, solange sie vom Staat kontrolliert werden - und die Konzessionsabgabe sollte deutlich niedriger ausfallen, damit die Wettfirmen ihren Kunden attraktive Quoten anbieten können, um so mit der ausländischen Konkurrenz wettbewerbsfähig zu sein. Im Gegenzug hoffen die Profiligen auf lukrative Werbe- und Sponsoringverträge mit der Glücksspielindustrie. "Wir erwarten bei einer kontrollierten Öffnung Zusatzeinnahmen mindestens im zweistelligen Millionenbereich, wahrscheinlich sind sie sogar dreistellig", sagte Seifert.
Sollte der neue Glücksspielstaatsvertrag die Werbeerlöse nicht wie erhofft sprudeln lassen, will man sich das Geld auf dem direkten Weg mittels Lizenzgebühren von den Wettanbietern besorgen. Im Visier steht dabei in erster Linie der staatliche Wettanbieter Oddset, der nach Erwartung der DFL auch bei unattraktiven gesetzlichen Rahmenbedingungen eine Wettanbieterkonzession beantragen werde. "Sollte dann keine Einigung über die Lizenzgebühr möglich sein, werden wir unsere Ansprüche auch vor Gericht durchsetzen", sagte DFL-Justiziar Holger Blask.
Doch dort könnte sich die Drohgebärde der DFL schnell in Luft auflösen: Urheberrechtsexperten haben erhebliche Zweifel daran, dass der Ligaveranstalter die Nutzung seiner Spielpläne unterbinden oder Gebühren dafür verlangen darf. "Die Rechtsposition der DFL ist juristisch nicht haltbar", sagt Fabian Reinholz, Rechtsanwalt für Marken- und Sportrecht der Berliner Kanzlei Härting im Gespräch mit Handelsblatt Online. "Sollte sich ein Wettanbieter weigern, Lizenzgebühren zu bezahlen und es deshalb zu einem Gerichtsverfahren kommen, hat der Verband sehr schlechte Karten, seine Ansprüche durchzusetzen."
Denn nach der Auffassung des Rechtsanwalts sei ein Spielplan, der lediglich die Auflistung mehrerer Fußballpartien beinhaltet, kein Werk, das einen urheberrechtlichen Schutz genieße. "Nur weil die DFL das jetzt so verlautbart, ist sie noch lange nicht im Recht."
Die DFL bzw. der organisierte (Profi-) Sport blasen nicht zum Angriff, sondern tröten alte Gesänge. Der Vorstoß zeigt wieder einmal, dass im organisierten (Profi-) Sport nicht Werte wie Fairness, Anstand und Gerechtigkeit sondern Korruption, Machtversessenheit und Mobbing (u.a. gegen verdiente Nationalspieler) zählen. Erst haben sie sich (wie auch einige Politikvertreter auf Sylt) von der ausländischen Wettindustrie hofieren und blenden lassen und die Argumente über DOSB und DFL an die Politik herangetragen und jetzt haben sie rechtzeitig erkannt, oh weh von diesen Anbietern gibt es bei einer Liberalisierung kein bzw. nicht genügend Geld. Schade nur, dass die Ländervertreter und der Breitensport es noch nicht gemerkt haben, dass sie reingelegt wurden. Dabei hätte schon einfaches Steuerrecht und eine gewöhnliche Dreisatzrechnung gereicht, um zu erkennen, dass die Länder nicht ans Geld kommen und die Bundesbürger Haus und Hof verzocken müssten, um bei den geforderten Steuersenkungen auf das derzeitige Niveau zu kommen. Aber Nachdenken und Rechnen ist nun mal zu kompliziert für die Herrenriege. Einfacher ist es, mit gekauften Scheinargumenten der Politik, den Ländern und ODDSET zu drohen. An Scheinheiligkeit und Verlogenheit ist diese Argumentation wohl nicht zu überbieten. Dem organisierten (Profi-) Sport geht es eben um nichts anderes, als mit allen Mitteln neue Geld- bzw. Einnahmequellen zu Lasten der Allgemeinheit (hier Förderung der Spielsucht und –schulden) zu erschließen. Die Karawane zieht eben weiter! Schneller, höher, weiter bis es knallt!
Ohne Zweifel handelt es sich bei einem individuell erstellten Spielplan um geistiges Eigentum. wie bei jedem Plan der immer wieder neu erstellt werden muss !
es geht doch letztlich nicht nur um den spielplan, der tatsächlich in einem hochkomplexen verfahren zusammengestellt wird sonder vor allem, um live-daten, die die wettanbieter für ihr live-wetten angebot benötigen. da steckt das geld und nicht bei den spielplänen. den spielplan kann sich doch jeder auch woanders holen und muss nicht den dfl-spielplan verwenden...
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