
Es wäre nicht das erste Mal, dass Sportverbände über den Hebel ihrer Spielpläne versuchen, zusätzliche Erlösquellen zu erschließen - und scheiterten. Eine Vermarktungsagentur der britischen Premier League unterlag im Jahr 2004 vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) mit einer Klage gegen Sportwettenanbieter, die sich ohne Lizenz an den Spielplänen der Profiliga bedienten. Die Richter waren laut Urteilsbegründung der Ansicht, dass "die Zusammenstellung der im Spielplan enthaltenen Daten keine besondere Anstrengung von Seiten der Fußballligen erfordern". Daraus folge, dass die Voraussetzungen für einen rechtlichen Schutz der Datenbank nicht erfüllt seien.
Damit waren auch die Pläne der DFL zur Vermarktung der Spielpläne vorerst vom Tisch, doch ein Urteil vor dem Londoner High Court im April vergangenen Jahres weckte wieder neue Hoffnungen: Das Gericht kam zu der Auffassung, dass die Erstellung eines Spielplans signifikante Leistungen des Sportverbandes erfordere, weshalb ein urheberrechtlicher Schutz gerechtfertigt sei. Sportrechtsexperte Reinholz hält die Erfolgsaussichten der DFL dennoch für gering: "Meines Erachtens würde eine solche Argumentation vor einem deutschen Gericht nicht gelingen."
Auch Frauke Henning-Bodewig, Professorin am Münchener Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht sieht das Vorhaben der DFL mit Skepsis: "Die Liga hat nur dann eine Chance, einen urheberrechtlichen Schutz auf ihre Spielpläne durchzusetzen, wenn es ihr gelingt zu beweisen, dass eine hinreichend hohe geistige Eigenleistung nötig ist, um die einzelnen Begegnungen festzusetzen. Doch was die DFL bisher dazu vorgelegt hat, ist etwas dünn."
"Vielleicht verlieren wir vor Gericht, ich weiß es nicht", gibt DFL-Chef Seifert offen zu. "Wir sehen unsere Rechtsauffassung aber durch mehrere Gutachten bestätigt." Um die geistige Eigenleistung zu unterstreichen, gab sich die DFL bei der offiziellen Präsentation der Spielpläne für die Saison 2011/12 am Dienstag bereits alle Mühe, die Terminfindung als hochkomplexes Verfahren darzustellen. Bei der Festsetzung eines Spielplans seien schließlich nicht nur die Termine der Fifa und Uefa zu beachten, auch regionale Besonderheiten müssten berücksichtigt werden, um beispielsweise zu verhindern, dass Heimspiele von benachbarten Vereinen wie dem 1. FC Nürnberg und Bayern München oder von Köln und Leverkusen am gleichen Tag stattfinden. Zudem sei erhebliche Fachkompetenz nötig, um einen möglichst ausgeglichenen und spannenden Spielplan zu erstellen. Rechtsanwalt Reinholz hält die Argumentation für den Versuch, bereits vor einem möglichen Verfahren für Sympathien zu werben: "Ich warte jetzt darauf, dass die Frage endlich vor ein deutsches Gericht kommt. Dann könnte sich die Position der DFL recht schnell erübrigen."
Die DFL bzw. der organisierte (Profi-) Sport blasen nicht zum Angriff, sondern tröten alte Gesänge. Der Vorstoß zeigt wieder einmal, dass im organisierten (Profi-) Sport nicht Werte wie Fairness, Anstand und Gerechtigkeit sondern Korruption, Machtversessenheit und Mobbing (u.a. gegen verdiente Nationalspieler) zählen. Erst haben sie sich (wie auch einige Politikvertreter auf Sylt) von der ausländischen Wettindustrie hofieren und blenden lassen und die Argumente über DOSB und DFL an die Politik herangetragen und jetzt haben sie rechtzeitig erkannt, oh weh von diesen Anbietern gibt es bei einer Liberalisierung kein bzw. nicht genügend Geld. Schade nur, dass die Ländervertreter und der Breitensport es noch nicht gemerkt haben, dass sie reingelegt wurden. Dabei hätte schon einfaches Steuerrecht und eine gewöhnliche Dreisatzrechnung gereicht, um zu erkennen, dass die Länder nicht ans Geld kommen und die Bundesbürger Haus und Hof verzocken müssten, um bei den geforderten Steuersenkungen auf das derzeitige Niveau zu kommen. Aber Nachdenken und Rechnen ist nun mal zu kompliziert für die Herrenriege. Einfacher ist es, mit gekauften Scheinargumenten der Politik, den Ländern und ODDSET zu drohen. An Scheinheiligkeit und Verlogenheit ist diese Argumentation wohl nicht zu überbieten. Dem organisierten (Profi-) Sport geht es eben um nichts anderes, als mit allen Mitteln neue Geld- bzw. Einnahmequellen zu Lasten der Allgemeinheit (hier Förderung der Spielsucht und –schulden) zu erschließen. Die Karawane zieht eben weiter! Schneller, höher, weiter bis es knallt!
Ohne Zweifel handelt es sich bei einem individuell erstellten Spielplan um geistiges Eigentum. wie bei jedem Plan der immer wieder neu erstellt werden muss !
es geht doch letztlich nicht nur um den spielplan, der tatsächlich in einem hochkomplexen verfahren zusammengestellt wird sonder vor allem, um live-daten, die die wettanbieter für ihr live-wetten angebot benötigen. da steckt das geld und nicht bei den spielplänen. den spielplan kann sich doch jeder auch woanders holen und muss nicht den dfl-spielplan verwenden...
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