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Grande WM-Blamage: Frankreich verzweifelt am Tollhaus „Les Bleus“

Die Krise der französischen Nationalmannschaft wird allmählich zum Dauerzustand. Mehr und mehr zeichnet sich ab, dass die schlechten Leistungen bei der WM lediglich die Zündschnur eines gewaltigen Pulverfasses angesteckt hat. Die Wogen in der Heimat schlagen auch und rufen sogar die Poltik auf den Plan, die löschen will, bevor es zur großen Explosion kommt.

Unabhängig von den Entwicklungen am Wochenende wird Trainer Raymond Domenech kaum zu halten sein. Quelle: dpa
Unabhängig von den Entwicklungen am Wochenende wird Trainer Raymond Domenech kaum zu halten sein. Quelle: dpa

ali/HB PARIS. Frankreichs einst stolze Nationalmannschaft „Les Bleus“ (die Blauen) macht derzeit mit surrealen Szenen abseits des Spielfeldes statt mit Fußball von sich reden. Nicolas Anelka beleidigt schwer den Trainer Raymond Domenech, der Verband schmeißt den Stürmer daraufhin aus der Mannschaft.

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Diese tritt aus Solidarität mit ihrem Kameraden in den Trainingsstreik, was wiederum einen Wutanfall eines ranghohen Verbandsoffiziers auslöst, der vor laufenden Kameras seinen Rücktritt erklärt. Und als ob nicht schon alles schlimm genug wäre, schaltet sich jetzt auch noch die Politik ein. denn das blamable Auftreten des Nationalteams bei der WM in Südafrika lässt die Grande Nation vor Scham im Boden versinken.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist erbärmlich und dramatisch“, kommentierte der ehemalige Sportminister und Parlamentsabgeordnete Jean-François Lamour in der Zeitung „Le Parisien“. „Das ist inakzeptabel“, hatte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bereits am Wochenende geschimpft.

Frankreich ist fassungslos. 1998 hat die Mannschaft im eigenen Land die WM gewonnen und galt seither als Projektionsfläche für Frankreichs Werte wie „Solidarität“. Davon ist nicht mehr viel übrig. Die peinlichen Vorfälle mutieren nun zur Staatsaffäre. „Eine Karikatur Frankreichs“ gebe die Mannschaft ab, schimpfte Außenminister Bernard Kouchner. Der Elysee-Palast verzweifelt. „Ich wüsste nicht, welche politische Entscheidung die Situation retten könnte“, sagte Henri Guaino, einer der engsten politischen Berater Sarkozys. „Man kann ja nicht den Zusammenhalt der Mannschaft von oben verordnen.“

Frankreichs Sportministerin Roselyn Bachelot soll dem Chaos jetzt ein Ende setzen. Die Politikerin verlängerte auf Anordnung von Sarkozy ihren Aufenthalt in Südafrika und berief für Montag ein „Krisentreffen“ mit dem französischen Team-Kapitän Patrice Evra, Trainer Raymond Domenech und dem Präsidenten des Nationalverbands FFF, Jean-Pierre Escalettes ein. Wegen der „Empörung der Franzosen“ mit ihrer Elf, sagte Bachelot dem Fernsehsender „TF1“ rufe sie alle Delegationsangehörigen zur „Verantwortung und zur Wahrung der Würde“ auf. Derweil nahm die Equipe das Training wieder auf – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

In den Medien wurden die Vize-Weltmeister von 2006 am Montag wüst angegangen. „Diese französische Mannschaft bereitet uns eine echte Schande“, überschrieb der „Parisien“ seine Titelgeschichte. Auch die anderen großen Blätter zeigten wenig Verständnis für das Verhalten der Nationalspieler in Südafrika. „Die Bleus versinken in der Lächerlichkeit“, schrieb „Libération“ auf dem Titel.

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