
DÜSSELDORF. Michael Ballack bleibt Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und wird in seiner Abwesenheit von Philipp Lahm vertreten. Das hat Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch mitgeteilt.
Nur mal angenommen: Die Nationalelf ist ein Unternehmen und Michael Ballack der Vorstandschef. Dann wären seine Tage gezählt gewesen. Selbst wenn der Capitano körperlich zur Hochform auflaufen sollte - wovon derzeit ja keine Rede sein kann -, hätte es nicht gut um ihn gestanden: Mit seinem autoritären Führungsstil passt er nicht mehr ins Team. Davon sind Personalberater, die sonst Manager in der Top-Liga des Dax platzieren, unisono überzeugt.
"Ein dominanter Chef vom Typ Ballack ist im neuen WM-Team wahrscheinlich sogar störend", sagt Wolfgang Walter, Partner der Personalberatung Heidrick & Struggles. Schließlich sei die junge Nationalelf ohne den verletzten Kapitän zu einem erfolgreichen Team zusammengewachsen.
"Trotz seiner Verdienste: Ballacks Zeit ist abgelaufen", sagt auch Anke Hoffmann von der Personalberatung Kienbaum. Andere Manager-Coachs - vom Handelsblatt befragt - vergleichen Lahm mit jungen Konzernchefs - wie Telekom-Lenker Obermann oder Henkel-Chef Rorsted.
"Auf dem Platz sind viele Chefs gefragt", sagte DFB-Manager Oliver Bierhoff am Dienstag, "und kein alleiniger Leitwolf." Und so will wohl auch der Bundestrainer seine entscheidung verstanden wissen: Ballack bleibt der Kapitän, sein 26-jähriger Herausforderer Lahm wird sein erster Stellvertreter.
Die Headhunter hatten dagegen zu einer klaren Lösung geraten: "Viele Chefs bringen nur weitere Grabenkämpfe." Doch Joachim Löw hat ihre Empfehlung offenbar nicht erhört: Nach wochenlangem Rätselraten sollen der seit 2004 amtierende Michael Ballack und der während der WM in Südafrika als Spielführer fungierende Münchner Philipp Lahm nun eine Art Doppelspitze bilden. In einer Teamsitzung am Dienstagabend hatte der 50-Jährige nach Angaben der "Bild"-Zeitung die Nationalspieler über die künftige Verfahrensweise bereits informiert, bevor er die Entscheidung am Mittwochmittag auch öffentlich machte. Demnach soll Ballack, der wegen einer schweren Fußverletzung die Weltmeisterschaft verpasst hatte, die Mannschaft wieder als Kapitän anführen, wenn er in die DFB-Auswahl zurückkommt.
Den Kapitän einer Fussballelf mit dem VV einer AG zu vergleichen, finde ich doch sehr abwegig. Gehts vielleicht ein wenig kleiner? Vorarbeiter, Polier scheinen mir eher die passenden Kategorien zum Vergleich zu sein. Möglicherweise scheint aus den Äusserungen der befragten die Perspektive der Stadion-ViP-Lounge hervor?!
@ 3 Affen
"Typisch Mann eben.
Eine Frau hätte längst zu beiden Themen die Debatte beendet und wäre zur eigentlichen Arbeit zurück gekehrt."
So kennen wir es ja von Frau Merkel.... lol
@ Horst Papmeier,
klar ist das rückratlos und feige, nichts anderes ist auch die Debatte um Herrn Szarazin. Und was fällt uns auf: es handelt sich hier immer um Männer, die nicht in der Lage sind, eine Entscheidung zu treffen und die Verantwortung übernomnen wollen, zu dieser Entscheidung zu stehen.Typisch Mann eben.
Eine Frau hätte längst zu beiden Themen die Debatte beendet und wäre zur eigentlichen Arbeit zurück gekehrt.
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