
LONDON. Sie haben sich Anfang dieser Woche in den Räumen der renommierten Rechtsanwaltskanzlei Freshfields in London getroffen: ein einflussreicher Banker und ein Hedge-Fondsmanager, ein erfolgreicher Unternehmer, ein Jurist und ein Volkswirt. Sie alle verbindet die Liebe für einen Verein: den traditionsreichen Fußballclub Manchester United.
Bei ihren Treffen haben sie offenbar einen Plan ausgebrütet, wie man den Verein vor seinem Eigentümer rettet, dem amerikanischen Finanzinvestor Malcolm Glazer. Mindestens eine Milliarde Pfund wollen die Herren aus der englischen Finanz- und Unternehmensszene aufbringen, um Glazer den Club abzukaufen, um zu verhindern, dass der Amerikaner den einst reichsten Verein der britischen Premier League noch weiter herunterwirtschaftet.
Offiziell ließen sie gestern mitteilen: "Neue Eigentumsverhältnisse würden den Club nicht nur auf eine solide finanzielle Basis stellen, sondern auch die Fans in den Mittelpunkt all dessen rücken, was in dem Verein passiert." Noch sei das gesamte Vorhaben aber in einem sehr frühen Stadium.
"Red Knights", rote Ritter, nennen sich die selbsternannten Retter. Sie kombinieren bei diesem Wortspiel die Vereinsfarbe Rot und die Anspielung auf einen so genannten weißen Ritter, ein Unternehmen, das einen anderen Konzern vor einem feindlichen Übernahmeversuch rettet. Der Plan der Red Knights hat bislang allerdings noch einen großen Haken: Glazer will Manchester United nicht verkaufen.
Die Fans dagegen wollen aber nicht weiter tatenlos zusehen, wie Glazer mit dem Verein umgeht. Schulden von mehr als 700 Millionen Pfund hat der Amerikaner dem Club aufgebürdet. Glazers Söhne und andere Familienmitglieder haben sich zudem Beratungs- und Managementshonorare in Millionenhöhe sowie Darlehen aus der Vereinskasse genehmigt.