
Michael Ballack gibt das Ende seiner Karriere als Fußballprofi bekannt. Trotz vieler Erfolge - viermal Deutscher Meister, dreimal Pokalsieger, einmal englischer Meister - schaffte er nie den ganz großten internationelen Triumph.

Zur Saison 2010/11 war Ballack nach acht Jahren ablösefrei zurück zu Bayer 04 Leverkusen gewechselt. Im September 2010 erlitt er im Spiel gegen Hannover 96 am dritten Spieltag eine Fraktur am Schienbeinköpfchen, vfiel über Monate aus und konnte erst 2011 wieder spielen und wurde im Trikot von Bayer Leverkusen zum dritten Mal als Vizemeister. Am 8. Spieltag der Saison 2011/12 absolvierte Ballack im Spiel gegen den VfL Wolfsburg sein 100. Bundesligaspiel für Leverkusen. Sein zum 30. Juni 2012 auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert.

Michael Ballack im Zenit seiner Karriere: In dem vom russischen Milliardär Roman Abramowitsch zusammengekauften Starensemble des FC Chelsea zählte der gebürtige Görlitzer zu den Leistungsträgern. Unter Trainer José Mourinho bekleidet der kopfballstarke Ex-Kapitän der deutschen Nationalmannschaft eine strategisch wichtige Mittelfeldposition. Trotz verletzungsbedingten Rückschlägen gelang es Ballack immer wieder, dem Team von der Stamford Bridge seinen Stempel aufzudrücken.

Regisseur Michael Ballack auf der von ihm herbeigesehnten großen internationalen Bühne: Nach seinem Weggang vom FC Bayern, mit dem Ballack in insgesamt vier Spielzeiten drei „Doubles“ aus Meisterschaft und Pokalsieg feierte, zieht der „Capitano“ mit dem FC Chelsea in der Saison 2007/08 in das Endspiel der Königsklasse ein. Im ersten rein englischen Champions-League-Finale steht den Blues der ewige Stadtrivale Manchester United gegenüber.

Dieses Mal sollte alles anders werden, dieses Mal will Ballack den Titel und das Stigma des ewigen Zweiten ablegen. Ballack ist gereift, er übernimmt Verantwortung, schießt nach einer torlosen Verlängerung den ersten Elfmeter der Blues – und trifft. Doch es kommt wie so oft in der Karriere des Michael Ballack. Chelsea muss sich dem Team um Superstar Christiano Ronaldo und Torhüter Edwin van der Sar mit 5:6 geschlagen geben. Es ist ein tragischer Moment im Fußballerleben Ballacks. Der Mittelfeldspieler weiß, dass die Zeit gegen ihn spielt.
Nach der in den Diensten von Bayer Leverkusen im Jahr 2002 erlittenen Finalniederlage gegen Real Madrid, dem zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea, dem zweiten Platz bei der Europameisterschaft 2008 und zahlreichen Verletzungen kämpft Ballack im Jahr 2009 um seinen Stammplatz bei den Blues – und die letzte Chance auf einen großen internationalen Titel.

Diesen will Ballack bei der Weltmeisterschaft in Südafrika mit der DFB-Elf erringen. Doch wieder einmal ist das Glück nicht auf der Seite des Deutschen. Den 1:0 Siegtreffer von Didier Drogba im Pokal-Finale gegen den FC Portsmouth muss Ballack notgedrungen von der Bank verfolgen. In der 44. Minute wird Ballack von Kevin Prince Boateng übel gefoult.

Ausgerechnet Boateng. Der für Ghana spielende Bruder des im DFB-Dress kickenden Jerome Boateng attackiert Ballacks Knöchel. Ballack windet sich vor Schmerzen, wird minutenlang an der Seitenlinie behandelt, versucht weiterzuspielen und muss schließlich vom Platz humpeln. 29 Tage vor dem WM-Auftaktspiel gegen Australien in Durban zerplatzt Ballacks Traum vom WM-Titel. Die niederschmetternde Diagnose: Riss des Syndesmosebandes, acht Wochen Pause, WM-Aus.

So tragisch die Verletzung für den Chef der DFB-Elf auch ist, sie ist bei weitem nicht die einzige innerhalb des DFB-Teams. Neben dem „Capitano“ wirbeln auch die verletzungsbedingten Ausfälle von Heiko Westermann, Simon Rolfes und Christian Träsch die WM-Planungen von Bundestrainer Joachim Löw kräftig durcheinander.
Löw muss improvisieren. Er überträgt die Kapitänsbinde auf den erfahrenen Philipp Lahm – und die Verantwortung auf elf Schultern. Um den gereiften Mittelfeld-Regisseur Bastian Schweinsteiger formt Löw binnen weniger Tage ein eingeschweißtes Team.
Michael Ballack gibt das Ende seiner Karriere als Fußballprofi bekannt. Trotz vieler Erfolge - viermal Deutscher Meister, dreimal Pokalsieger, einmal englischer Meister - schaffte er nie den ganz großten internationelen Triumph.
BerlinDer „Capitano“ ist endgültig Geschichte: Ohne großes Aufsehen und nicht ganz unerwartet hat Michael Ballack seine aktive Karriere beendet. „Mit 36 Jahren blicke ich auf eine lange und wunderbare Zeit im Profifußball zurück, von der ich als Kind nie zu träumen gewagt hätte“, erklärte der langjährige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag. „Auf dem Platz strahlte er immer eine große Dominanz aus, für den Erfolg hat er alles getan“, würdigte Bundestrainer Joachim Löw seinen Ex-Kapitän und zeigte sich erneut versöhnlich. Das Verhältnis der beiden galt mit dem unwürdigen Auswahl-Ende Ballacks als zerrüttet.
Der 4:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg am 5. Mai dieses Jahres mit Bayer Leverkusen war das letzte seiner 267 Bundesliga-Spiele. Still hat sich der einstige Chef nun verabschiedet - mit einer Erklärung über seinen Anwalt. „Es war ein Privileg, mit erstklassigen Trainern und fantastischen Mitspielern zusammenzuarbeiten. Sicher wird es mir fehlen, nicht mehr vor 80 000 Fans zu spielen oder ein Tor zu schießen“, sagte der Sachse zu seinen 17 turbulenten Profi-Jahren. Einen schleichenden Abschied in der Zweitklassigkeit, in den USA, Katar oder China, wollte er nicht mehr.
Michael Ballack Geburtstag: 26. September 1976 in Görlitz
Bayer Leverkusen (2010-2012) FC Chelsea (2006-2010) FC Bayern München (2002-2006) Bayer Leverkusen (1999-2002) 1. FC Kaiserslautern (1997-1999) Chemnitzer FC (1986-1997)
Bundesliga-Debüt: 19. September 1997 gegen den Karlsruher SC
Bundesliga-Spiele: 267 (77 Tore)
93 (16 Tore)
Länderspiel-Debüt: 28. April 1999 gegen Schottland, insgesamt 98 Länderspiele (42 Tore)
Fußballer des Jahres: 2002, 2003, 2005 Schütze des Tor des Jahres 2008
Deutscher Meister: 1998, 2003, 2005, 2006 DFB-Pokalsieger: 2003, 2005, 2006 Englischer Meister: 2010 Englischer Pokalsieger: 2007, 2009, 2010 Champions-League-Finalist: 2002, 2008 Vize-Weltmeister 2002, WM-Dritter 2006 Vize-Europameister 2008
In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Gerüchte über die Fortsetzung seiner illustren Karriere im Ausland gegeben. Zuletzt war ein Wechsel nach Australien im Gespräch. „Die letzten Monate ohne aktiven Fußball haben mir aber gezeigt, dass die Zeit reif ist aufzuhören“, sagte Ballack. „Ich freue mich jetzt auf ein neues Kapitel in meinem Leben und danke meiner Familie und all den großartigen Menschen, die mich gefördert, gefordert, begleitet und unterstützt haben. Sie alle haben großen Anteil an meinem Erfolg.“
Für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bleibt Ballack ein „außergewöhnlicher Spieler, der für den DFB und den Stellenwert des gesamten deutschen Fußballs enorm viel geleistet hat“. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, mit dem Ballack noch zusammen in der DFB-Elf gespielt hatte, sieht für den ehrgeizigen und oft auch unbequemen Fußballer nun „auch neue Chancen“.
Über die Stationen Chemnitzer FC, den 1. FC Kaiserslautern und Bayer Leverkusen stieg Ballack zu einem Superstar des deutschen Fußballs auf. Nach seiner Meisterschaft mit Kaiserslautern wurde er während seiner Zeit bei Bayern München noch dreimal deutscher Meister und dreimal Pokalsieger. Mit dem FC Chelsea gewann er zudem den englischen Titel, verpasste aber im Champions League-Finale 2008 erneut den ganz großen Wurf. 2002 hatte er bereits mit Leverkusen ein Endspiel in der Königsklasse, damals gegen Real Madrid, verloren. Seine Rückkehr 2010 in die Bundesliga zu Leverkusen wurde nach zahlreichen Verletzungsproblemen zu einem großen Missverständnis.

Nicht schlimm. Einer der am meist überschätzen Spieler. Aber dafür mit großem Ego. Bye Ballack. Und bitte verschone uns als "Experte" bei den Öffentlich-Rechtlichen.
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