
Das Champions-League-Finale ist ein Höhepunkt deutscher Fußballgeschichte. Doch die Begeisterung der Fans geht auf Kosten der Bundesliga, die in diesem Jahr langweilig war wie selten zuvor. Stehen ihr auch künftig spanische Verhältnisse bevor, also die Dominanz zweier großer, reicher Vereine? Oder gar eine Monokultur des allergrößten, allerreichsten, des FC Bayern?
Durch die Erfolge der beiden deutschen Vereine entsteht eine besondere Dynamik, die man als runaway selection bezeichnen kann. Wer Erfolg hat, bekommt mehr Geld. Mit diesem Geld hat er wiederum mehr Erfolg. Der Teufel macht immer auf den größten Haufen.
Bayern
Umsatz: 373 Mio. Euro
Gewinn: elf Mio. Euro
Dortmund
Umsatz: 223 Mio. Euro
Gewinn: 27,5 Mio. Euro
Bayern
Marktwert des Kaders: 431 Mio. Euro
Vereinsmitglieder: 185.000
Deutsche-Meister-Titel: 23
Europapokal-Titel: 6
Dortmund
Marktwert des Kaders: 255 Mio. Euro
Vereinsmitglieder: 80.000
Deutsche-Meister-Titel: 8
Europapokal-Titel: 2
Bayern
Trikotsponsor: Deutsche Telekom, 23 Mio. Euro/Jahr, bis 2017
Ausrüster: Adidas, zehn Mio. Euro/Jahr
Partner: u.a. Lufthansa, Samsung, Lego, Yingli Solar
Dortmund
Trikotsponsor: Evonik, 15 Mio. Euro/Jahr, bis 2016
Ausrüster: Puma, bis 2020, sechs Mio. Euro/Jahr
Partner: u.a. Opel, Turkish Airlines, Oddset
Bayern
Name: Allianz-Arena
Vertrag: bis 2021 für sechs Millionen Euro pro Jahr
Fassungsvermögen: 71.317 Zuschauer
Dortmund
Name: Signal Iduna Park
Vertrag: bis 2021 für fünf Millionen Euro pro Jahr
Fassungsvermögen: 80.645 Zuschauer
Bayern
Vorsitzender: Uli Hoeneß
Mitglieder (unter anderem): Rupert Stadler (Audi), Herbert Hainer (Adidas), Martin Winterkorn (VW), Edmund Stoiber, Helmut Markwort (Burda)
Dortmund
Vorsitzender: Gerd Pieper
Mitglieder (unter anderem): Peer Steinbrück, Friedrich Merz, Christian Kullmann (Evonik), Bernd Geske (Borussia-Großaktionäre), Harald Heinze (Stadt Dortmund)
Bayern
Vorsitzender: Karl-Heinz Rummenigge
Mitglieder: Jan-Christian Dressen (Finanzen), Matthias Sammer (Sport), Andreas Jung (Sponsoring)
Dortmund
Vorsitzender: Hans-Joachim Watzke
Mitglieder: u.a. Thomas Treß (Finanzen), Michael Zorc (Sport), Carsten Cramer (Vertrieb, Marketing)
Bayern
Bastian Schweinsteiger (Marktwert 35 Mio. Euro), Thomas Müller (37 Mio. Euro), Franck Ribéry (42 Mio. Euro)
Dortmund
Robert Lewandowski (28 Mio. Euro), Marco Reus (30 Mio. Euro), Mario Götze (42 Mio. Euro)
Die Bayern sind der reichste Verein, weil sie seit Jahrzehnten erfolgreich spielen und wirtschaften. Ungleichheit wird und soll es ja immer geben. Doch der Fußball lebt von Überraschungen. Aber auch von juristischen, ökonomischen und politischen Voraussetzungen. Einige dieser Regeln kann man ändern. Wir stellen, unabhängig von ihrer Durchsetzbarkeit, sechs Vorschläge zur Diskussion, deren Umsetzung die Ressourcen ein wenig gleichmäßiger verteilen und die dem Kampf der Langeweile dienen würden:
1. TV-Geld anders verteilen
Es heißt oft, das Geld, das die Bundesliga vom Fernsehen erhält, werde solidarisch verteilt. Im Vergleich mit anderen Ligen stimmt das auch. In Deutschland werden die TV-Rechte zentral vermarktet, in Spanien kann jeder Verein sie auf eigene Faust veräußern. Daraus folgt eine große Schere zwischen Groß und Klein. Gemäß einer Studie von Deloitte beträgt das Verhältnis zwischen dem Verein, der am meisten, und dem, der am wenigsten erhält, in der Primera Division etwa 13:1. In der Bundesliga ist der Bayern/Fürth-Quotient nur etwa 2:1.
Andererseits besagt diese Zahl: Auch in Deutschland erhalten die ohnehin schon Großen viel mehr als die Kleinen. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn die vielen Millionen, die Sky und die Öffentlich-Rechtlichen den Bundesliga-Vereinen zahlen, sind ja keine Prämien. Stattdessen könnte man sie gleichmäßig an alle verteilen. So wie das noch im Jahr 2000 üblich war. Eine Leistungskomponente im Verteilungsschlüssel wurde erst danach eingeführt.

Salary Cap wurde schon genannt und würde ich auch gut finden.
Aber wichtiger ist der Punkt wo das Geld zu Finanzierung des Kaders her kommt.
Die Finanzierung müsste sich wie folgt zusammensetzen (Prozentangaben nur Beispiele):
- 70% Ticketing
- 10% Fernsehvermarktung
- 10% Merchandising
- 10% Sponsoring
Somit haben die Vereine mit hohen Fanaufkommen ein Vorteil den nicht einfach ein Investor stopfen kann. Aber die Schere zwischen Arm und Reich ist nicht so groß.
So eine Lösung geht natürlich nur Europaweit oder in Liga 2 und 3 vorerst. Ähnlich wie in der USA muss die Liga als das Produkt gesehen werden welches interessant gehalten muss nicht die einzelnen Vereine.

Jaja, dieses "Argument" kommt immer.
Macht es Ihnen wirklich Spaß, wenn der Gegner nicht mehr satisfaktionsfähig ist ? Wirklich ?

Wenn Neid ein schlechter Ratgeber ist warum folgen Ihm dann so viele und werden Bayern-Fans? Ich sehe zumindest keinen anderen rationellen Grund warum z.B. ein Berliner dem FCB die Daumen drückt und nicht der Hertha. Neid lässt uns letztendlich den erfolgreichen Vereinen hinterherlaufen.
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