Nachrichten

_

Reaktionen auf Wettskandal: „Es gibt immer schwarze Schafe“

Der Wettskandal ist für Fans des Fußballs ein Schock. Die Fifa reagiert besonnen, will mit allen Mitteln dagegen vorgehen. Ein Staatsanwalt will derweil von neuen Fällen in Deutschland nichts wissen.

Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus: „Schmutzige Geschäfte“. Quelle: ap
Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus: „Schmutzige Geschäfte“. Quelle: ap

Den HaagDie europäische Polizeibehörde Europol hat am Montag bekannt gegeben, den größten Wettskandal der Fußball-Geschichte aufgedeckt zu haben. Dabei handelt es sich um 380 manipulierte Spiele weltweit. Auch Spiele in der Champions League sowie in der WM- und EM-Qualifikation sollen betroffen sein. Insgesamt sollen 425 Spieler, Schiedsrichter und weitere Offizielle involviert sein. Durch die Manipulationen in 15 Ländern sollen die Betrüger acht Millionen Euro verdient haben. In den Betrug sollen zudem Kriminelle aus Asien verwickelt sein. Zu manipulierten Spielen soll es auch außerhalb Europas gekommen sein.

Anzeige

Der Fußball-Weltverband Fifa fordert angesichts der Enthüllungen eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Sportverbänden und den Ermittlungsbehörden. „Spiel-Manipulationen sind ein globales Problem und keines, das morgen wieder verschwinden wird. Die Fifa und die gesamte Fußball-Familie sind verpflichtet, dagegen anzukämpfen, aber wir werden das allein nicht schaffen können“, sagte der Fifa-Sicherheitsdirektor Ralf Mutschke am Montag.

Der frühere leitende Direktor des Bundeskriminalamts erklärte, dass die verschiedenen Fußball-Verbände „nur Mitglieder der Fußball-Familie“, sprich Spieler, Offizielle oder Vereine bestrafen könnten, nicht aber die Hintermänner außerhalb des Sports. Von daher müsse „die Kooperation zwischen den Strafverfolgungsbehörden und den Sport-Organisationen verstärkt werden“, meinte Mutschke.

Mafia-ähnliche Strukturen 380 Fußballspiele unter Manipulations-Verdacht

Die Fußball-Welt wird vom größten Wettskandal ihrer Historie erschüttert. Fast 700 Spiele weltweit stehen unter Manipulationsverdacht, 70 davon in Deutschland. Europol spricht von einem „dichten kriminellen Netzwerk“.

Mafia-ähnliche Strukturen: Europol deckt gigantischen Wettskandal auf

Der Manager der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, sprach von einer schockierenden Nachricht, sollte sich das Ausmaß bestätigen. Er verwies aber darauf, dass dies noch keine offiziellen Zahlen seien. „Aber wenn die Zahl echt wäre, wäre es natürlich beängstigend“, sagte Bierhoff in Frankfurt vor dem Freundschaftsspiel gegen Frankreich am Mittwoch.

Der ehemalige Nationalspieler Lothar Matthäus ist schockiert über den neuen Wettskandal. „Fußball wird auf der ganzen Welt gespielt. Da gibt es immer irgendwelche schwarzen Schafe, die auf illegale Weise versuchen, von diesem schönen Sport zu profitieren“, sagte Matthäus im Exklusiv-Interview mit dem Sport-Nachrichtensender Sky Sport News, wie der Sport-Informations-Dienst (SID) berichtet. „Ich habe mich bisher mit solchen Sachen noch nie auseinander gesetzt, weil ich immer an das Positive im Fußball glaube. Aber da sieht man, was sich um den Fußball herum alles abspielt: Schmutzige Geschäfte“, sagte er weiter.

  • 04.02.2013, 21:58 UhrSno

    Es ist ja immer wieder interessant zu sehen, dass nie irgendjemand etwas von Wettabsprachen mitbekommen hat, selbst wenn das dann sogar publik wird und vor Gericht kommt. Ich finde sowieso, dass Wettskandale in letzter Zeit immer wieder in das Licht der Öffentlichkeit gelangen. Das wird schon seinen Grund haben, denn auch die Gesellschaft ändert sich. Letztens bin ich dazu zufällig auf einen interessanten Artikel gestoßen, in dem u.a. die Hintergründe dazu beleuchtet werden:
    http://www.fairobserver.com/article/winning-or-winning-just-click
    Würde mich mal interessieren, was ihr davon haltet.

  • Die aktuellen Top-Themen
Boxkampf: Russische Sender wollen Klitschko boykottieren

Russische Sender wollen Klitschko boykottieren

Der ukrainische Schwergewichts-Boxweltmeister Wladimir Klitschko will kommende Woche in Oberhausen seinen Titel verteidigen. Russische Fernsehsender wollen das nicht zeigen – aus politischen Gründen.

31. Bundesliga-Spieltag: Freiburg und Bremen ballern sich aus dem Keller

Freiburg und Bremen ballern sich aus dem Keller

In spektakulären Partien konnten Bremen und Freiburg ganz wichtige Siege gegen die Abstiegsangst einfahren. In Dortmund brauchte der BVB drei Führungen, bevor Mainz bezwungen war. Die Bilder des Spieltags.

Krisentreffen in der Formel 1: Eine Kostenbremse, die keiner will und keinem hilft

Eine Kostenbremse, die keiner will und keinem hilft

Eigentlich war alles klar: Von 2015 an gibt es in der Formel 1 eine Budgetgrenze. Doch plötzlich ist der Ausgabendeckel wieder vom Tisch. Viel Zeit bleibt nicht mehr für eine Lösung.