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Reißleine gezogen: HSV entlässt Trainer Fink nach fünf Spieltagen

HSV-Sportvorstand Kreuzer hat Trainer Fink den Stuhl vor die Tür gesetzt. Die letzten Bundesliga-Pleiten und eine umstrittene Kurzreise sorgten für das schnelle Ende. Für die Nachfolge gibt es bereits einen Favoriten.

Nach nur fünf Spieltagen trennen sich ihre Wege: HSV-Sportchef Oliver Kreuzer (r.) setzt Trainer Thorsten Fink (l.) vor die Tür. Fink war im Oktober 2011 als Hoffnungsträger vom FC Basel gekommen. Quelle: dpa
Nach nur fünf Spieltagen trennen sich ihre Wege: HSV-Sportchef Oliver Kreuzer (r.) setzt Trainer Thorsten Fink (l.) vor die Tür. Fink war im Oktober 2011 als Hoffnungsträger vom FC Basel gekommen. Quelle: dpa

HamburgNach nur fünf Spieltagen hat Fußball-Bundesligist Hamburger SV die Reißleine gezogen und sich von Trainer Thorsten Fink getrennt. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus HSV-Kreisen erfuhr, informierte Sportdirektor Oliver Kreuzer den Coach am Montagabend über die Trennung. Damit beurlaubte der neue Sportvorstand nach nur einem Vierteljahr an der Elbe den 45 Jahre alten Übungsleiter, mit dem er eine neue Ära bei dem Traditionsclub einleiten wollte.

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Die hohen Niederlagen gegen Hoffenheim (1:5) und Dortmund (2:6) sowie mehrere Kurzreisen von Fink zur Familie nach München brachten das Fass zum Überlaufen. „Zugegebenermaßen ist das etwas unglücklich, die Entscheidung getroffen zu haben, zur Familie zu fliegen“, kritisierte Kreuzer. Und dabei hatte Fink zuletzt öffentlich den inzwischen an Schalke ausgeliehenen Dennis Aogo an den Pranger gestellt, als dieser an den zwei trainingsfreien Tagen nach Mallorca geflogen war. Auch Präsident Carl Jarchow wirkte verwundert über die freien Tage nach dem Heim-Debakel gegen Hoffenheim.

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„Das Thema Trainer stellt sich für mich Stand heute nicht“, hatte Kreuzer noch am Montagmittag gesagt und zugleich eingeschränkt: „Was weiß ich, was morgen ist?“ Über Nachfolgekandidaten wollte er partout nicht sprechen.

Das „Hamburger Abendblatt“ berichtete in seinem HSV-Blog, dass es bereits erste Gespräche mit dem ehemaligen Hertha- und Hoffenheim-Coach Markus Babbel gegeben habe. Der ehemalige Bayern-Profi Babbel habe sich Bedenkzeit auserbeten. Vom HSV war dazu keine Stellungnahme zu erhalten.

Schon länger kursierte auch der Name von Franco Foda in Hamburg. Foda hat einst beim österreichischen Erstligisten Sturm Graz mit Kreuzer zusammengearbeitet. „Ich weiß nicht, woher der Name kommt, ich habe das auch gelesen. Das ist absoluter Schwachsinn“, hatte Kreuzer vor der Fink-Beurlaubung gesagt.

Fink war am 17. Oktober 2011 als großer Hoffnungsträger vom FC Basel nach Hamburg gekommen. In seiner ersten Saison rettete der ehemalige Profi von Bayern München die Hanseaten vor dem Abstieg. In der darauffolgenden Spielzeit verfehlte der Westfale mit Platz sieben knapp die Europa League. Seine vollmundige Ankündigung, in dieser Saison mit den Europa-League-Anwärtern auf Augenhöhe zu sein, war schon nach fünf Spieltagen Makulatur.

Der HSV spielt am Samstag in der Bundesliga gegen den ebenfalls enttäuschend gestarteten Nordrivalen Bremen. Werder ist mit sechs Zählern 14., der HSV hat zwei Zähler weniger auf dem Punktekonto und belegt in der Bundesliga-Tabelle Rang 15. Mit 15 Gegentoren hat der HSV derzeit die schwächste Defensive in der ersten Liga.

  • 17.09.2013, 08:46 Uhrgünther schemutat

    Mit Babbel kommt einer aus Babbelland und da stellt sich die Frage, wie soll die sprachliche Verständigung beim HSV untereinander laufen. Mit Fink geht einer von vielen die gescheitert sind, weil der HSV für Trainer ein Schwarzes Loch ist und bleibt. Auch wenn Babbel kommt, seine Vertrag wird er kaum die Zeit erfüllen können.

    Zum Spiel HSV gegen Braunschweig war ich mal im Stadion um den HSV siegen zu sehen. Aber das Rückspiel wird vermutlich schon ein Unentschieden oder es geht verloren.

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