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Trainer von Turbine Potsdam: Sind Männer bessere Frauenfußballtrainer?

Trainer-Veteran Bernd Schröder fordert, der DFB müsse seine Strukturen in der Frauen-Nationalmannschaft überdenken. „Die Frauen brauchen einen Mann“, fordert der Coach von Turbine Potsdam.

Die neuen Auslassungen von Bernd Schröder (links) dürften die deutsche Bundestrainerin Silvia Neid (rechts) kaum begeistert haben. Quelle: dpa
Die neuen Auslassungen von Bernd Schröder (links) dürften die deutsche Bundestrainerin Silvia Neid (rechts) kaum begeistert haben. Quelle: dpa

GöteborgSind Männer tatsächlich die besseren Frauenfußball-Trainer? Vor den Halbfinalspielen der Europameisterschaft in Schweden ließ Potsdams Trainer Bernd Schröder mit provokanten Aussagen die Diskussion via „Sport Bild“ wieder aufleben. Der Coach des deutschen Vize-Meisters fordert einen Mann im Trainerstab der DFB-Auswahl. „Die Frauen brauchen einen Mann. Das muss nicht als Bundestrainer sein. Aber ein Mann oder mehrere Männer in den Trainerteams bei den Frauen würden das Klima verändern und neue Ideen einbringen“, sagte der 71-Jährige, der seit 40 Jahren die Geschicke des Brandenburger Bundesligisten lenkt.

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Der Turbine-Coach behauptet: „Die Top-Nationen haben fast alle einen Mann als Trainer, die Bundesligisten auch. Über diesen Fakt könnte man zumindest nachdenken.“ Bei der EM in Schweden werden drei der zwölf Teams von Frauen trainiert, neun von männlichen Übungsleitern. Zwei der drei EM-Trainerinnen - Silvia Neid und Pia Sundhage mit Gastgeber Schweden - sind ins Halbfinale eingezogen. Zwei der neun Trainer - Even Pellerud mit Norwegen und Kenneth Heiner-Möller mit Dänemark - haben dies geschafft. So gesehen gehören 66,6 Prozent der Trainerinnen unter die besten Vier in Europa, bei den Männern liegt die Quote bei 22,2.

Nach Sieg gegen Italien Fußballfrauen ziehen ins EM-Halbfinale ein

Simone Laudehr hat die Fußballfrauen ins Halbfinale der Europameisterschaft geschossen. Dort trifft die Elf von Silvia Neid auf Gastgeber Schweden. Als Favorit sehen sich die deutschen Frauen nicht.

Sundhage übrigens holte als Nationaltrainerin der USA (2007-2012) das von Deutschland mit Tina Theue-Meyer/Silvia Neid als dominierende Frauenfußball-Nation abgelöste US-Team erst wieder aus dem tiefen Tal. Die Schwedin führte die USA zu zwei olympischen Goldmedaillen in Peking und London, ehe sie im September 2012 dem Lockruf ihres Heimatlandes folgte.

Zieht man die Resultate von Welt- und Europameisterschaften zu Rate, sind die Fakten eindeutig. Hope Powell schied mit England in Schweden zwar als einzige Trainerin in der Vorrunde aus, stand aber 2009 in Finnland gegen das Neid-Team noch im Finale. Sogar der dritte Halbfinalist wurde 2009 von einer Frau trainiert. Vera Pauw schaffte das Kunststück mit den Niederlanden. 2010 folgt ihr der männliche Kollege Roger Reijners - „Oranje“ ist als Gruppenletzter trotz des 0:0 gegen die DFB-Elf schon längst zu Hause.

Seit 1997 wurden alle EM-Titel von Trainerinnen geholt. 1997, 2001 und 2005 triumphierte der DFB mit Theune-Meyer, 2009 war schon Neid mit Ulrike Ballweg verantwortlich. Unter Gero Bisanz, der von der DFB-Spitze 1982 zum Aufbau eines Frauen-Teams quasi „gezwungen“ werden musste, gewann Deutschland 1989, 1991 und 1995.

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