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VfL Wolfsburg: Littbarski suspendiert Diego

Ausrufezeichen von Pierre Littbarski. Der Interimscoach des VfL Wolfsburg hat Spielmacher Diego für das Spiel gegen den Hamburger SV aus dem Kader geworfen. Grund: Disziplinlosigkeit. Überhaupt legt "Litti" Wert auf Respekt - die Spieler müssen ihn siezen.

Littbarski greift durch: Diego fliegt aus dem Kader. Quelle: DAPD
Littbarski greift durch: Diego fliegt aus dem Kader. Quelle: DAPD

dpa WOLFSBURG. Als Spieler ein Spaßvogel, als Trainer ein harter Hund: Mit Strenge und Ordnung will Pierre Littbarski den VfL Wolfsburg um die disziplinlose Diva Diego vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga retten. Als erstes suspendierte der Nachfolger des entlassenen Steve McClaren am Dienstag den kapriziösen Brasilianer für das HSV-Spiel am Samstag. „Diego wird nicht spielen. Ich habe ihn für ein Spiel suspendiert aufgrund der Vorkommnisse aus dem letzten Spiel“, sagte der Coach am Dienstag. Diego hatte beim 0:1 in Hannover entgegen der Anweisung des inzwischen gefeuerten Coaches einen Elfmeter geschossen.

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Der früher so lustige „Litti“ schaute mit ernster Miene, als er am ersten Tag als Chefcoach das Training leitete. Die Spieler bekamen einen ersten Eindruck davon, was sie nun erwartet. Demonstrativ hetzte Littbarski die Profis auch auf den „Hügel der Schmerzen“, den einst Meistermacher Felix Magath anlegen ließ. Schluss mit lustig also, Schluss mit „Litti“.

„Vorher durften wir ihn duzen, jetzt werden wir ihn siezen und Trainer nennen“, berichtete Kapitän Marcel Schäfer. „Er hat gesagt: 'Wer jetzt nicht mitzieht, der wird den Weg nicht mehr mitgehen'.“ Diego bekam die neue Härte als Erster zu spüren. „Wir sind nicht der FC Diego“, sagte Littbarski. „Der muss sich neu orientieren. Er hat jetzt einen auf den Deckel bekommen.“

Der 50 Jahre alte Weltmeister von 1990 ist bis zum Saisonende der starke Mann beim VfL. Der ergraute Fußball-Lehrer kann sich dabei empfehlen und zugleich den Druck auf Manager Dieter Hoeneß mindern. Denn der VfL-Sportdirektor gerät durch den Misserfolg, die häufigen Trainerwechsel und vielen Millionen-Einkäufe zusehends in die Kritik.

Ob „Litti“ länger bleiben darf oder in der neuen Saison jemand anderes kommt, blieb am Tag nach der McClaren-Entlassung offen. „Die Frage war, wer jetzt übernimmt“, sagte Hoeneß: „Alle weiteren Fragen werden wir in den nächsten Wochen und Monaten beantworten.“ Namen wie die von Ralf Rangnick als Coach für die neue Saison wollte er nicht kommentieren.

„Es geht nicht darum, einen pseudo-starken Mann zu produzieren“, sagte Littbarski, erklärte aber auch: „Ich muss ein paar Sachen härter angehen.“ Während McClaren intern fehlende Konsequenz vorgeworfen wurde, will es Littbarski daran nicht mangeln lassen. „Sie können sicher sein, dass wir das abstellen, wenn noch etwas auftritt“, versicherte der neue Coach: „Falls jemand aus der Rolle fällt“, werde er auch am sonst freien Donnerstagmorgen trainieren lassen.

Überhaupt will Littbarski, dass die Profis mehr üben und sich mehr mit ihrem Job als Angestellte des VW-Werksteams beschäftigen. Der Trainer will für den Sonntag eine Video-Analyse einführen und zudem mehr Zeit für das Probieren von Standards einplanen. Bisher seien die Profis „so schnell wie möglich nach Hause gefahren. Jetzt sollen sie sich mehr mit der Sache beschäftigen.“

Littbarski ist der vierte Trainer in der jetzt 13 Monate dauernden Amtszeit von Hoeneß. „Hier geht es um die sportliche Existenz des VfL“, sagte der Sportdirektor, der bei Trainerverpflichtungen bisher kein glückliches Bild abgibt. Nach der Entlassung von Armin Veh versuchte er es übergangsweise mit Lorenz-Günther Köstner und holte nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem Franzosen Gerard Houllier als B-Lösung den Engländer McClaren.

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