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WM-Macher: Mike de Vries, Chef der FC Deutschland 06 GmbH: Chefwerber für Deutschland

Zeit zum Durchatmen bleibt Mike de Vries in diesen Tagen nur selten - im seinem Terminkalender haben Lücken Seltenheitswert. Seit März leitet de Vries die Image- und Standortinitiative der deutschen Wirtschaft und der Bundesregierung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Als Geschäftsführer der FC Deutschland GmbH soll er dem Slogan "Land der Ideen" Leben einhauchen und Geld bei Unternehmen sammeln.

Mike de Vries Foto: dpa
Mike de Vries Foto: dpa

HB BERLIN. "Wir wollen zur Weltmeisterschaft ein positives Bild nach außen vermitteln", sagt de Vries. "Aber wir müssen auch die Chance nutzen, in Deutschland wieder mehr Zuversicht zu wecken und das Selbstvertrauen zu stärken." Zur Kampagne gehört unter anderem der FanClub Deutschland, bei dem sich Menschen zum Land bekennen können. "Gerade junge Menschen suchen Möglichkeiten, sich positiv mit ihrem Land zu identifizieren", hat er bei der Jugendmesse "You" erkannt.

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Die Kosten der Kampagne teilen sich Bund und Wirtschaft. Bis Jahresende will de Vries 28 bis 30 Firmen als Lizenzpartner gewinnen. Damit stünden inklusive Bundeszuschuss rund 25 Millionen Euro zur Verfügung - fünf Millionen Euro mehr als geplant. Allerdings hatte er es nicht leicht, das Projekt in Gang zu bringen. Erst fürchtete die Opposition zu viel Werbung für den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Dann starteten Bertelsmann und andere Medienunternehmen die Kampagne "Du bist Deutschland" mit ähnlichen Zielen. Die Gespräche mit der Wirtschaft liefen überraschend zäh. "Wir müssen den Unternehmen klar machen, dass das gesellschaftliche Engagement einen Mehrwert für die Firma schafft, sonst funktioniert das nicht", hat de Vries gelernt.

Sein Credo passt zu diesem Auftrag, bei dem viele unterschiedliche Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen: "Ich bin strikt neutral, in keiner Partei und in keinem Verein, bin in der Welt zu Hause, aber patriotisch." Weggefährten schätzen seine unerschöpfliche Energie. "Er kniet sich zu 110 Prozent rein", lobt Wirtschaftsmanager Peter Zühlsdorff, der mit de Vries die deutsche Olympia-Kampagne für Leipzig vertrat und nun Beiratsvorsitzender der Standortkampagne ist. Doch das Projekt ist bis Ende 2006 befristet. Was danach kommt, weiß er nicht - und es scheint ihn auch nicht zu interessieren.

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