Nationalelf
Gekränkter Ballack gibt Löw einen Korb

Michael Ballack verzichtet freiwillig auf seinen letzten Einsatz mit der DFB-Elf gegen Brasilien. Der "Capitano" fühlt sich von Bundestrainer Joachim Löw enttäuscht: Das geplante Abschiedsspiel sei eine Farce.
  • 3

FrankfurtMichael Ballack schlägt zurück und verzichtet auf das ihm angebotene Abschiedsspiel gegen Brasilien: Einen Tag nach seiner Ausbootung aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft attackierte der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen Bundestrainer Joachim Löw. Löw hatte am Donnerstag erklärt, dass er in der DFB-Auswahl in Zukunft nicht mehr mit Ballack plane.

Der langjährige Kapitän habe am Donnerstag im Urlaub von der Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bundes erfahren und sei über „Form und Inhalt der Nachricht“ enttäuscht und überrascht. „Wenn jetzt so getan wird, als sei man mit mir und meiner Rolle (...) jederzeit offen und ehrlich umgegangen, ist das an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten“, heißt es in einer Erklärung, die am Freitag im Auftrag von Ballacks Berater Michael Becker von einer Hamburger Kanzlei verbreitetet wurde.

"Ein längst vereinbartes Freundschaftsspiel jetzt als Abschied zu deklarieren, ist aus meiner Sicht eine Farce. Ich weiß, dass ich meinen Fans dieses Spiel eigentlich schuldig bin, aber ich kann dieses Angebot nicht annehmen", sagte Ballack.

Der DFB hatte ihm in Aussicht gestellt, am 10. August gegen Brasilien zum Abschluss seiner Länderspiel-Karriere sein 99. Länderspiel zu absolvieren.  Löw hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass er nicht mehr mit Ballack plane.

„In unseren Gesprächen hatte ich den Eindruck, dass Michael durchaus Verständnis für unsere Sichtweise hat“, hatte er auf der DFB-Homepage erklärt. „Im Interesse aller“ sei nun eine ehrliche und klare Entscheidung angebracht, so Löw.  

Ballack hatte die WM 2010 in Südafrika wegen einer Fußverletzung verpasst: Kevin-Prince Boateng hatte den Nationalkapitän 2010 im englischen Pokalfinale rüde gefault. Seitdem hat der 34 Jahre alte Profi des Bundesligisten Bayer Leverkusen kein weiteres Länderspiel bestritten. Zuletzt hatte Löw im defensiven Mittelfeld Akteuren wie Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira oder Toni Kroos den Vorzug gegeben. Boateng, der Deutscher ist, lief bei der WM in Südafrika für die ghanaische Nationalelf auf und traf während des Turniers auf die deutsche Nationalmannschaft.

Agentur
sid 
SID Sport-Informations-Dienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nationalelf: Gekränkter Ballack gibt Löw einen Korb"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schade das sich die Diva Ballack so zurückzieht und nicht akzeptiert, dass seine Zeit in der Nationalmanschaft abgelaufen ist. Aber es ist letzlich seine Entscheidung.

  • Endlich! Ballack ist nie der gewesen, für den die schreibende Zunft ihn hochstilisiert hat. Ballack war zeitweise gut, aber andere sind das auch. Das hat man in Südafrika gesehen. Und jetzt noch beleidigt zu sein, sieht ihm ähnlich.

  • Ballack, der ewige Egomane, hat in Löw endlich seinen Meister gefunden. Friede seiner gekränkten Seele, die vorher ohne Rücksicht auf andere austrat und unterdrückte. Er ist da, wo er wegen seines Charkters hingehört: in der Versenkung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%