Nationalmannschaft bezieht Berliner Schlosshotel
Aufbruchstimmung durch Umzug nach Berlin

Als Zeichen, "dass es endlich losgeht" wertet Jürgen Klinsmann den Einzug ins Berliner Schlosshotel. Während die Spieler am Montag in der Hochsicherheitszone erwartet werden, ist der Bundestrainer einen Tag eher da.

Nicht das Schloss Bellevue von Bundespräsident Horst Köhler, sondern das Schlosshotel in Berlin-Grunewald wird während der WM die erste Adresse im Staat sein. Dort logiert Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit seiner WM-Auswahl - Grund genug, die Brahmstraße zehn zur Hochsicherheitszone zu erklären. Die Straße des Fünf-Sterne-Quartiers ist abgeriegelt, nur wer mit einer speziellen Vignette ausgestattet ist, darf passieren.

Es ist angerichtet für die DFB-Stars, die nach der gelungenen WM-Generalprobe gegen Kolumbien (3:0) wenigstens zweieinhalb Tage Kurzurlaub genießen durften und bis spätestens Montagnachmittag um 15 Uhr im Hotel erwartet werden. Bundestrainer Jürgen Klinsmann und sein Assistent Joachim Löw beziehen bereits am Sonntagabend ihre Zimmer. In Ruhe wollen sie bis zum Eintreffen der 23 Spieler noch einmal die Abläufe bis zum Eröffnungsspiel am kommenden Freitag (18 Uhr/live im ZDF) in München gegen Costa Rica durchsprechen.

Bis Freitag noch viel zu tun

Gegen die Mittelamerikaner enden knapp zwei Jahre Aufbauarbeit, "die wir mit viel Akribie und viel Spaß vorangetrieben haben, in der es aber auch Rückschritte gab", wie Klinsmann erläutert. Der Einzug ins Berliner WM-Stammquartier ist für den 41-Jährigen nun äußerer Beweis dafür, "dass es endlich los geht". Zwar habe man bis Freitag auch weiterhin viel zu tun, müsse an der Schnellkraft oder an taktischen Dingen intensiv arbeiten. Doch immerhin kam Klinsmann nach dem 3:0 (2:0) gegen Kolumbien mit einem guten Gefühl ins mondäne "Schlosshotel Grunewald".

"Wir sind sehr hungrig"

Nach der Partie am Freitagabend in Mönchengladbach gegen Kolumbien könne seine Mannschaft "mit breiter Brust ins Eröffnungsspiel gehen", betonte Klinsmann: "Das Publikum hat ein feines Gespür dafür, dass hier etwas zusammenwächst. Das gibt uns zusätzliche Energie, und davon erhoffen wir uns während des Turniers einen zusätzlichen Vorteil. Wir sind sehr hungrig auf dieses Turnier."

Der klare Erfolg gegen die Südamerikaner durch Treffer von Michael Ballack (21.), des überragenden Bastian Schweinsteiger (37.) und Tim Borowski (70.) gebe nun "viel Selbstvertrauen", meinte auch Ballack. Man wäre sonst vielleicht wieder ins Grübeln geraten, zumal der Test gegen Japan (2:2) drei Tage vor dem Kolumbien-Spiel noch viele Schwächen aufgezeigt hatte.

Keine Änderungen vorgesehen

Gegen Kolumbien zeigte sich die DFB-Auswahl nach der Kritik von Ballack aber insbesondere in der Defensive stark verbessert. "Es war wichtig, dass jeder Einzelne Verantwortung übernommen hat. Das hat gut geklappt", betonte der künftige England-Legionär.

Entsprechend darf sich die Anfangself vom Kolumbien-Spiel durchaus berechtigte Hoffnungen darauf machen, beim WM-Auftakt gegen Costa Rica erste Wahl zu sein. Auch die Abwehr mit Arne Friedrich, Per Mertesacker, Christoph Metzelder und Philipp Lahm, dessen Comeback nach einer Ellenbogen-Operation gelungen war, hat laut Klinsmann "die besten Chancen". Überhaupt seien keine Änderungen vorgesehen, es sei denn, "es passiert noch etwas, oder es drängt sich noch einer im Training richtig auf".

Ohnehin will Klinsmann keinem Spieler einen Freibrief für die WM ausstellen: "Wir werden jeden genau beobachten. Es liegen hoffentlich fünf Wochen vor uns, da kann noch viel passieren. Keiner darf sich ausruhen."

© SID

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