Nationalmannschaft
Debütanten überzeugen beim 0:0 in Schweden

Es war eher ein Spiel für Joachim Löw, nicht für die Zuschauer: Das 0:0 der deutschen Nationalmannschaft in Schweden war nicht schön anzuschauen. Das lag vor allem an dem schlechten Rasen und dem extrem tief stehenden Gegner. Immerhin könnte der Trainer neue Spieler testen, die durchaus überzeugt haben.

Die deutsche Nationalmannschaft hat beim langweiligen Debütanten-Ball in Göteborg einen positiven Abschluss des WM-Jahres verfehlt. Das völlig neu formierte Team kam in Schweden nicht über ein 0:0 hinaus und hatte bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Ullevi-Stadion kaum Erwärmendes zu bieten. Damit muss die DFB-Elf weiter auf ihren ersten Sieg zum Jahresende seit 2004 warten.

Bundestrainer Joachim Löw stellte die Debütanten Marcel Schmelzer und Lewis Holtby in die Startelf, schenkte Kevin Großkreutz und Mats Hummels erstmals von Beginn an das Vertrauen, verhalf sogar noch den Shootingstars Andre Schürrle und Mario Götze zum ersten Einsatz - und mutete der Mannschaft damit offenbar zuviel zu. Im 17. Spiel des Jahres (12 Siege, zwei Unentschieden, drei Niederlagen) war der WM-Dritte zwar bemüht und über weite Strecken überlegen, es fehlte aber an Tempo, Abstimmung und Kreativität, um die extrem defensiv eingestellten Gastgeber ernsthaft zu gefährden.

Löw ahnt "Geduldsspiel"

Löw war dennoch nicht unzufrieden. "Es war schnell klar für mich, dass es ein Geduldsspiel werden würde. Die Schweden standen mit zehn Mann hinten drin. Aber ich denke, wir haben eine engagierte Leistung gezeigt, gerade wenn man auch bedenkt, wie viele Neulinge im Team standen. Mit ihnen war ich absolut zufrieden", sagte der Bundestrainer.

"Das war ein wunderbarer, sehr schöner Tag für alle Debütanten", sagte der Mainzer Schürrle stellvertretend für alle Neulinge. "Ich war sehr aufgeregt. Das war eine wichtige Erfahrung für mich. Ich hatte ziemliches Herzrasen. Aber die Mitspieler haben es mir sehr leicht gemacht", meinte Mario Götze, der bei seinem Zwölf-Minuten-Einsatz mit 18 Jahren und 167 Tagen zum siebtjüngsten Nationalspieler in der deutschen Länderspielgeschichte avancierte. Alle Debütanten wussten, dass das Spiel nicht den perfekten Rahmen bot. "Wir haben aber zumindest zu null gespielt", sagte Hummels.

In der ersten Halbzeit erspielte sich die Löw-Elf keine einzige zwingende Torchance. Verunglückte Volleyabnahmen von Ersatz-Kapitän Bastian Schweinsteiger (11.) und Holtby (32.) sowie ein Rechtsschuss Schmelzers (36.) beschworen zunächst am meisten Gefahr herauf. In der Szene nach Holtbys Schussversuch sah der spanische Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo den einschussbereiten Mario Gomez zudem zu Unrecht im Abseits.

Schweden mit Drang zum Tor

Die besten Chancen in der ersten Hälfte hatten die Schweden, die teilweise hart zur Sache gingen. Nach einem Pass von Sebastian Larsson schoss zunächst Pontus Wernbloom aus aussichtsreicher Position neben das Tor (27.). In der 40. Minute traf Ola Toivonen frei vor Torwart Rene Adler den Ball nicht richtig. Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic war von Schwedens Coach Erik Hamren geschont worden.

Im deutschen Tor erhielt wie vom Bundestrainer angekündigt Adler eine Bewährungschance. Der Schlussmann von Bayer Leverkusen war beim 0:1 gegen Argentinien im März letztmals zum Einsatz gekommen, bevor ihn eine Verletzung die WM-Teilnahme und den Nummer-1-Status kostete. Einzige Spitze war Gomez, der in den vergangenen acht Spielen für Bayern München elf Tore erzielt hatte, aber in Göteborg kaum Szenen hatte.

Schweinsteiger führte die Elf als Kapitän an, da Philipp Lahm pausierte. Gar nicht erst mitgeflogen waren der angeschlagene Lukas Podolski, Mesut Özil, Holger Badstuber und WM-Torschützenkönig Thomas Müller. Der Bremer Innenverteidiger Per Mertesacker saß zunächst auf der Bank.

Langeweile-Partie

Auch nach der Pause machte sich vor 21 959 Zuschauern Langeweile breit. Es dauerte 13 Minuten bis zur ersten Chance, als Marko Marin zu Lewis Holtby passte und der 20-Jährige, der zu den Aktivposten im Team gehörte, von der Strafraumgrenze knapp rechts am Tor vorbeischoss. Die DFB-Elf hatte weiterhin viel Ballbesitz, machte aber zu wenig daraus. Daran änderte auch Löws Dreierwechsel in der 60. Minute nichts: Für Sami Khedira, Marin und Schweinsteiger kamen Christian Träsch, Toni Kroos und Cacau ins Spiel.

Es passte ins Bild des deutschen Spiels, dass Gomez in der 69. Minute zwar erstmals durchbrach, aber auf dem Weg zum Tor aber den Ball nicht unter Kontrolle bekam. Eine Minute später scheiterte Kroos mit einem Distanzschuss an Tre-Kronor-Torwart Andreas Isaksson. Weil sich ansonsten in der Offensive weiter wenig tat, kamen noch Schürrle und Götze, der mit 18 Jahren und 167 Tagen siebtjüngste Nationalspieler in der deutschen Länderspielgeschichte.

© SID

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