Nationalmannschaft gibt nochmal alles
„Klinsi“ noch nicht in Urlaubsstimmung

Ihren wohlverdienten Urlaub dürfen die Schützlinge von Jürgen Klinsmann erst nach dem Spiel gegen Mexiko antreten. Zuvor steht noch das undankbare Spiel um Platz drei an.

HB LEIPZIG. Die Begegnung gegen Mexiko birgt für den Gastgeber jedoch mehr Gefahren als Chancen. "Wir wollen Platz drei, wir wollen einen schönen Abschluss", betonte Team- Manager Oliver Bierhoff vor dem letzten Saisonspiel am Mittwoch. "Wir wollen die Euphorie nicht kaputt machen", versprach Mittelfeldspieler Fabian Ernst den 44 000 Fans im wohl ausverkauftem Leipziger Zentralstadion vollen Einsatz.

Die Spieler beteuern, noch einmal die letzten Kraftreserven mobilisieren zu wollen. Allen voran Kahn, der zwei Wochen nach seinem bislang einzigen Einsatz im Eröffnungsspiel gegen Australien (4:3) auch den Schlusspunkt in der heiß diskutierten Torhüter-Rotation setzt. "Ein Spiel um Platz 3 ist schwierig für die Mannschaften. Aber für uns geht es bei diesem Turnier nicht darum, einen Platz zu belegen, sondern wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Wichtig ist, dass wir uns mit den besten Mannschaften der Welt messen können. Mexiko gehört dazu. Wir sehen das Spiel als weiteren Step auf den Weg zur WM und nicht als notwendiges Übel oder sinnloses Spiel", erklärte Kahn am Montag bei der Pressekonferenz im Leipziger Hauptbahnhof, von wo er womöglich lieber einen Zug in den Urlaub bestiegen hätte.

Ernst brachte die Bedeutung des eigentlich bedeutungslosen kleinen Finales auf den Punkt: "Es will keiner Schelte kriegen und mit einer Niederlage in den Urlaub fahren." Auch Klinsmann sieht in der Partie gegen die im Halbfinale erst im Elfmeterschießen an Argentinien gescheiterten Mittelamerikaner keine lästige und schon gar nicht eine lockere Pflichtübung. "Die Mexikaner haben mich im Turnierverlauf beeindruckt. Auf unsere Mannschaft wartet zum Abschluss eine weitere interessante Prüfung."

Klinsmanns größte Aufgabe besteht darin, seine Mannschaft noch einmal körperlich und mental fit zu machen. Nach Beachvolleyball und einem Kneipen-Bummel am Sonntag verlegte er tags darauf die Übungseinheit in der Egidius-Braun-Sportschule kurzfristig vom Abend auf den Vormittag, damit die Spieler nicht zu lange abschalten konnten. "Nach so einem packenden Halbfinale wie gegen Brasilien muss man erst einmal den Spielern ein Ventil geben und Dampf ablassen. Aber es ist wichtig, dass wir das Turnier mit einer guten Note zu Ende bringen", sagte Klinsmann.

Einfach wird das nicht, denn nach vier Spielen innerhalb von elf Tagen ist der körperliche Verschleiß unübersehbar: Beim Training fehlten in Gerald Asamoah, Lukas Podolski, Per Mertesacker und Arne Friedrich gleich vier Akteure wegen Blessuren. Zumindest Friedrich oder Mertesacker muss die medizinische Abteilung fit bekommen, denn sonst steht in Robert Huth nur noch ein Innenverteidiger parat. "Nach dreieinhalb intensiven Wochen sind Probleme da. Bei der Aufstellung lassen wir uns alle Optionen offen", bemerkte Klinsmann deshalb. Sicher ist aber, dass Kahn ins Tor zurückkehrt.

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