Nationalmannschaft
Löw beendet Zeit der Experimente

Trotz der guten Leistung bei der WM will sich Bundestrainer Joachim Löw nicht auf den Lorbeeren ausruhen und hat noch viel Verbesserungsbedarf in der deutschen Nationalmannschaft erkannt. "Aus Standardsituationen haben wir viel zu wenig gemacht. Das Defensivspiel ist insgesamt verbesserungswürdig. In der Offensive können wir vieles verfeinern", sagte der Nachfolger von Jürgen Klinsmann in einem Interview mit dem kicker.

Fünf Tage vor dem ersten EM-Qualifikationsspiel der DFB-Auswahl in Stuttgart gegen Irland kündigte der 46-Jährige zudem an, den Kontakt zu den Bundesligavereinen zu intensivieren. "Ich werde jeden Verein und Trainer, der Nationalspieler abstellt, vor Ort besuchen. Auch unter der Woche, außerhalb der Spiele, damit Zeit für intensive Gespräche bleibt."

Weniger Experimente

Zugleich erklärte Löw, dass es in den kommenden Monaten nicht mehr so viele personelle Neuerungen wie in der zweijährigen Ära unter Klinsmann geben wird: "Nach den vergangenen zwei Jahren hat die Mannschaft ein Gesicht. Wir brauchen kein Team mehr zu formen, sondern müssen es punktuell verstärken. Das bedeutet, dass wir nicht mehr so viel experimentieren werden."

Dennoch bestehe nach wie vor die Zielsetzung, bis 2008 weitere junge Spieler einzubauen: "Aber der WM-Kader ist eine gewachsene Gemeinschaft und genießt jetzt erstmal ein gewisses Vertrauen."

Dennoch wird es beim ersten EM-Qualifikationsspiel gegen Irland ein neues gesicht in Reihen der DFB-Auswahl geben. Löw nominierte am Montag angesichts der akuten Probleme in der Abwehr der deutschen Nationalmannschaft Alexander Madlung vom VfL Wolfsburg für die anstehenden EM-Qualfikationsspiele gegen Irland und vier Tage später in San Marino nachnominiert. Der 24-Jährige könnte nach dem Mainzer Manuel Friedrich und dem Berliner Malik Fathi der dritte Debütant in der noch jungen Ära Löw werden.

Löw: "Ein zweikampf- und kopfballstarker Spieler"

"Alexander Madlung hat 13-mal für die deutsche U21 und viermal im Team 2006 gespielt und dort gute Leistungen gezeigt. Zudem hat er auch bei Hertha BSC Berlin im Europapokal bereits einige internationale Erfahrung gesammelt. Er ist ein zweikampf- und kopfballstarker Spieler mit guter Perspektive", begründet der Bundestrainer die nachträgliche Nominierung von Madlung, der in der Sommerpause von Hertha BSC Berlin nach Wolfsburg gewechselt war.

Die Nachnomierung war nötig geworden, da am Sonntag in dem Dortmunder Christoph Metzelder ein weiterer Verteidiger wegen einer hartnäckigen Knieverletzung absagen musste. Zuvor hatten bereits Jens Nowotny von Dinamo Zagreb (Meniskus-OP), der Bremers Per Mertesacker (Fersenspann-OP) und England-Legionär Robert Huth (Sprunggelenk-OP) für die ersten beiden Pflichtspiele der neuen Saison passen müssen, so dass Löw alle vier bei der WM eingesetzten Innenverteidiger fehlen. Als weiterer WM-Teilnehmer muss zudem Sebastian Kehl (Risswunde am Knie) passen.

© SID

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